Amazon Echo im Test: Wie Amazon den Datenschutz handhabt

Amazon Echo im Test
Alexa, lass' uns reden!

  • 0

Wie Amazon den Datenschutz handhabt

Wie im echten Leben gilt: Ein Assistent erfährt enorm viel über den Menschen, für den er arbeitet. Ein digitaler Assistent wie Alexa hat überdies ein Elefantengedächtnis – Spracheingaben könnte das System theoretisch für immer speichern.

Daher sehen Datenschützer die Echo-Geräte mit Skepsis: Es sei nicht „ausreichend nachvollziehbar, in welchem Umfang und wo die erfassten Informationen verarbeitet werden“, kritisierte beispielsweise jüngst die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff nach dem Verkaufsstart der Amazon-Modelle in Deutschland. 

Die Datenschutzprediger wird der Konzern nicht überzeugen können. Um die Skepsis der anderen zu zerstreuen, verspricht er Transparenz. Das gilt zum einen für die Nutzung der Mikrofone: Die Leuchte signalisiert, ob sie eingeschaltet sind oder aufzeichnen. So blinkt sie blau, wenn Alexa gerade ein Kommando entgegennimmt. Dagegen schaltet sie auf rot, wenn sie jemand mit einem Knopfdruck ausschaltet. Dann sollen die Mikrofone auch vom Strom getrennt sein. 

Zum anderen bietet Amazon Einblick in und Kontrolle über die gespeicherten Suchen. Die Alexa-App listet sie chronologisch auf, Nutzer können einzelne Punkte oder auch die gesamte Liste löschen, wenn sie Unbehagen verspüren. Von dieser Grundreinigung rät das Unternehmen allerdings ab: Alexa, so die Argumentation, benötige so viele Informationen wie nötig, um hilfreich zu sein. Das ist ein grundsätzliches Dilemma aller digitalen Assistenten. 

Damit der Amazon-Lautsprecher aufs Wort hören kann, muss er außerdem permanent auf das Schlüsselwort achten – ähnlich wie es Apple tut, wenn iPhone-Nutzer ihr Gerät mit „Hey Siri“ aktivieren. Das, so versichert Amazon, erledige die Technik jedoch direkt im Lautsprecher. Die Datenübertragung beginne den „Bruchteil einer Sekunde“ vor dem Aufwachwort und ende nach der Verarbeitung des Kommandos. Höchstens einige Unterhaltungsfetzen sollen so auf den Servern des Konzerns landen. 

Fazit: Faszinierende Technik

Die Echo-Geräte mit der Assistentin Alexa faszinieren. Auch wenn die Intelligenz immer wieder an Grenzen stößt, auch wenn die Speicherung großer Datenmengen Bedenken weckt: Es wird viele Nutzer geben, die sich dafür begeistern. Dass sie Teil eines Experiments sind (wie Amazon offen kommuniziert) und sich damit noch ein bisschen mehr an das Unternehmen binden, werden viele in Kauf nehmen.

Der große Lautsprecher Echo ist mit einem Preis von 180 Euro nicht gerade ein Mitnahmeartikel. Wer auf den Klang nicht so großen Wert legt, hat mit dem Modell Dot eine Alternative, die dank der Internetanbindung die gleichen Funktionen bietet.

Alternativen gibt es bislang ohnehin nicht. Allerdings wird Google sicher bald seinen Echo-Konkurrenten Home auch in Deutschland auf den Markt bringen. Und Gerüchten zufolge soll Apple auch an einem Lautsprecher mit Siri arbeiten. Bis dahin haben die Systeme sicher auch gelernt, ein paar mehr Fragen zu beantworten.

Kommentare zu " Amazon Echo im Test: Alexa, lass' uns reden!"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%