Analyse
Aus die Maus

Nichts bringt Kenner der Unterhaltungselektronik derzeit mehr in Rage als das Apple iPhone. „Ein Medienhype“, rufen die einen aus. „Technisch überhaupt nichts Besonderes“, stimmen die anderen mit ein. „Nur ein Prozent Marktanteil“, ergänzen die Dritten. Sie alle haben Recht.

Das iPhone ist ein überteuertes Modestück mit mittelmäßiger Ausstattung und einer neuen Displaytechnik. Auf den ersten Blick. Doch wer sich allein darauf beschränkt, übersieht etwas: Die Begeisterung um das iPhone könnte der Anfang des Sieges der Verbraucher über die Programmierer werden. Der Rummel in diesen Tagen ist der Aufschrei geknechteter Konsumenten, denen Informatiker vorschreiben, wie sie zu arbeiten haben, statt Geräte und Programme auf den Markt zu bringen, die sich den Menschen anpassen. Kurz: Es ist der Beginn einer Revolution in der Bedienung von Computern.

Denn jene skeptischen Technikexperten sind der kleinere Teil der Käufer von Handys, Computern, Kameras. Sie finden sich auf jeder neuen Plattform zurecht, ihnen genügen die kargen Gebrauchsanleitungen, sie kennen die Tricks, um kleine Macken zu umgehen. Die anderen fluchen über sich aufhängende Laptops, Musik, die sie nur einmal auf CD brennen dürfen, und Handys, deren Funktionen sie nur ansatzweise begreifen. Ein gut ausgestattetes, elegant aussehendes und vor allem funktionierendes Mobiltelefon – davon träumen sie.

Warum das iPhone diese Rolle übernehmen könnte? Weil Apple mit dem aus Sicht der Technikfanatiker ebenfalls überteuerten und mittelmäßigen Musikspieler iPod dieses Erlebnis geliefert hat.

Vor allem die Werbefilme und Videoreportagen von Techniktestern der großen US-Medien, die sich mit dem Umgang mit Fotos und Musik befassen, zeigen die Verlockungen des iPhones. Wer auf seinem Display von einem Foto zum anderen wechseln möchte, tippt auf die Scheibe und zieht das Bild einfach weiter. Wer es vergrößern will, berührt die Anzeige mit Zeige- und Mittelfinger und zieht diese auseinander – das Bild zoomt heran.

„Das ist doch wie in diesem Film mit Tom Cruise“, sagen dann viele. „Dieser Film“ hieß „Minority Report“ und war ein etwas kruder Science-Fiction-Film, dessen Titel sich die wenigsten gemerkt haben. Eine Szene aber, die ist allen im Kopf geblieben: Cruise steht vor großen Glaswänden und ordnet digitale Fotos, indem er sie mit seiner Hand hin- und herschiebt. Nach diesem Prinzip funktioniert auch das iPhone.

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