Android: Sony bringt Spiele-Smartphone auf den Markt

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Sony bringt Spiele-Smartphone auf den Markt

Smartphones verdrängen mobile Spielehandhelds und sind längst auch in das Revier klassischer Spielekonsolen eingedrungen. Daher wagt sich Sony kurzerhand selbst auf den Smartphone-Markt.
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Tokio/San Francisco/AmsterdamGenau so könnte es bei Apple sein. Pop-Musik hämmert aus Lautsprecherboxen, der Präsentator lässig gekleidet, natürlich ohne Krawatte. Und von der Bühne herab regnet es Begeisterung auf die rund 1200 „handverlesenen Gäste“ herab. Alles ist nur „wunderschön“,  „perfekt“, „neu“, „sensationell.“ Schlicht: ein „historischer Moment“. Aber es ausnahmsweise nicht Steve Jobs, der in Kalifornien so spricht. Es ist Kazuo Hirai, der Chef des japanischen Elektronikriesen Sony Entertainment. Er stellt im Ballsaal des ehrenwerten Prince Park Tower in Tokio die mobile Zukunft der Playstation vor. Sie zielt haargenau gegen Apple und das iPhone – und setzt auf die Hilfe von Google. 
Mit der Software-Plattform „Playstation@Suite“ sowie der neuen Portablen Playstation „Next Generation Portable“ (NGP) leitet Hirai einen dramatischen Strategieschwenk ein. Er bricht die unbedingte Verbindung von Sony-Spielen mit Sony-Hardware auf. Erstmals werden andere Smartphone-Hersteller Spiele von Sony Computer Entertainment (SCE) auf ihren Geräten laufen zu lassen können und Sony öffnet seine künftige Konsole NGP für Spiele eines anderen Betriebssystem: Android von Google. 
Es ist die Reaktion auf einen dramatischen Wandel in der Gaming-Industrie: hoch spezialisierte Spielekonsolen werden in rasender Geschwindigkeit durch Smartphones und iPads ersetzt. Nach Aussagen von Google werden täglich auf der Welt 300 000 Android-Smartphones neu in Betrieb genommen. AT&T verkaufte im abgelaufenen Quartal alleine über vier Millionen iPhones. Und praktisch auf jedem dieser Geräte wird ab und zu mal gespielt. Sony wird als die führende Spiele-Plattform dabei sein, hat sich Hirai geschworen. 
Die neue Playstation Portable NGP wird Ende des Jahres auf den Markt kommen und mit Technik vom Feinsten ausgestattet sein: Ein starker 4-Kern-Prozessor, so wie ihn wahrscheinlich auch kommende Apple-Geräte haben werden, einen Multitouch-Berührungsbildschirm mit hoher Bildauflösung und Anbindung an Online-Shops und Videotheken. Sie wird aufwändige Spiele in der Qualität einer Wohnzimmerkonsole verarbeiten können, große Namen der Branche werden Top-Spiele für die NGP programmieren Capcom, Sega, Konami, insgesamt 48 Firmen aus Japan, 16 aus Nordamerika und 18 aus Europa haben bereits zugesagt. Aber auch viele der billigen Android-Spiele der Playstation@Suite für ein oder zwei Dollar das Stück werden auf der NGP laufen.
„Es ist eine Ära von Marktchancen“, schwärmt Andrew House, Europa-Chef von SCE, der Spiele-Sparte des japanischen Großkonzern Sony, gegenüber dem Handelsblatt. „Mit der NGP erreichen wir den Premium-Bereich. Mit der Suite liefern wir dem explodierenden Sektor der Smartphones reichere Erscheinungsformen als bisher.“ Er betont, dass Sonys Spiele-Plattform für Android natürlich auch für Tablet-PC mit Android nutzbar sein werde. Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas wurden vor wenigen Wochen dutzende solcher iPad-Herausforderer vorgestellt.

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