Angriff aufs Festnetz
O2 bringt Telefon-Flatrate

Deutschlands kleinster Mobilfunknetzbetreiber startet ein neues Pauschalangebot und greift damit die Telekom im Festnetzgeschäft an. In dem äußerst umkämpften Mobilfunkmarkt soll dies nach den Worten von O2-Germany-Chef Rudolf Gröger die anvisierten rund 1,7 Millionen Neukunden im laufenden Geschäftsjahr sichern.

HB MÜNCHEN. "Wir bauen die Alternativen zum Festnetz konsequent aus", sagte Gröger am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in München. "Schon heute verzichten etwa 20 % unserer 3,2 Mill. Genion-Kunden vollständig auf den Festnetzanschluss." Diese Tendenz solle sich mit den neuen Angeboten beschleunigen. Zur Zeit verginge kaum eine Woche, in der nicht ein Netzbetreiber einen neuen Tarif anbiete, ergänzte Gröger. O2 habe sich in diesem "Tarifdschungel" bisher bewusst zurückgehalten.

Ab dem 12. September bietet O2 für zusätzlich 9,99 ? monatlich eine Flatrate an. Damit können Genion-Kunden innerhalb eines Bereiches von zwölf Quadratkilometern - oder einem Radius von rund zwei Kilometern - um ihren Wohnort herum mit ihrem Handy unbegrenzt ins deutsche Festnetz und in das deutsche O2-Netz telefonieren. Wählt sich der Kunde jedoch in andere Netze ein oder bewegt sich außerhalb dieses Bereiches, kann die Gesprächsminute je nach Tarif bis zu 69 Cent kosten. Kunden, die nur eine SIM-Karte benötigen, zahlten insgesamt 14,98 ? - Grundgebühr plus Pauschalpreis - monatlich.

Marktführer T-Mobile hatte vergangene Woche ein ähnliches Angebot für das erste Quartal 2006 angekündigt, allerdings noch keine Preise genannt. Bei "mobile home" soll der Kunde innerhalb eines Radius von bis zu zwei Kilometern zu Festnetzpreisen telefonieren können.

Zusätzlich zu seiner neuen Genion-Flatrate bietet O2 ab dem 12. September auch Volumenpakete für sein Internetangebot surf home und ab Oktober dann einen neuen UMTS-Router an, der Verbindungen ins Internet deutlich schneller aufbauen soll. Die zusätzliche Internetflatrate ist ab 9,99 ? zu haben.

Zudem senkt O2 die Gesprächsminuten für sein Gemeinschaftsangebot mit dem Kaffeeröster und Handelsunternehmen Tchibo. Tchibo-Handy-Kunden zahlen ab dem 12. September nur noch fünf Cent pro Minute, wenn sie mit anderen Tchibo-Handy-Kunden telefonieren. Bei Anrufen in andere deutsche Netze werden dann 25 Cent statt wie bisher 35 Cent fällig. Von den insgesamt knapp 8,4 Mill. O2-Mobilfunkkunden telefonierten Ende Juni rund 335 000 über den Tchibo-Tarif. Anders als der E-Plus-Billig-Anbieter simyo, der für einen Gesprächspreis von 19 Cent pro Minute über das Internet SIM-Karten anbietet, erhält der Kunde bei Tchibo auch ein subventioniertes Handy.

Gröger sieht für die kommenden Jahre großes Wachstumspotenzial: Die Deutschen würden lediglich 17 % ihrer Telefonate über Handy abwickeln. In Frankreich liege der Anteil bereits bei 37 %, in Portugal sogar bei 57 %.

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