Anti-Sonnenbrand-Kamera Sunscreenr Ein Guckrohr gegen Hautkrebs

Im Frühling holen sich viele Menschen einen Sonnenbrand, weil sie sich nicht richtig eincremen. Der Sunscreenr zeigt, wo die Haut nicht geschützt ist. Sonnencremehersteller sind an dem Gadget brennend interessiert.
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David Cohen, Gründer des Herstellers Voxelight, mit dem Sunscreenr. Die UV-Kamera zeigt, wo die Haut nach dem Eincremen noch nicht vor Sonnenstrahlen geschützt ist. (Foto: Christof Kerkmann)
UV-Kamera Sunsreenr

David Cohen, Gründer des Herstellers Voxelight, mit dem Sunscreenr. Die UV-Kamera zeigt, wo die Haut nach dem Eincremen noch nicht vor Sonnenstrahlen geschützt ist. (Foto: Christof Kerkmann)

Vergesslichkeit rächt sich. Wer sich an sonnigen Tagen nicht richtig eincremt, hat am Abend Sonnenbrand – oft an vernachlässigten Stellen wie Geheimratsecken, Ohren oder Waden, wie viele Menschen im Frühjahr feststellen müssen.

Auch wenn der Schmerz bald wieder abklingt, ist das keine Lappalie: Jedes Jahr erkranken zwei bis drei Millionen Menschen weltweit an Hautkrebs, meist verursacht durch schädliche UV-Strahlung.

Ein Kuckrohr für die Picknick- oder Schwimmbadtasche soll helfen, sich gründlich zu schützen: Der Sunscreenr zeigt durch ein kleines Objektiv, wo noch keine Sonnencreme aufgetragen ist.

So schützen Sie Ihre Haut vor der Sonne
Vorsicht bei Höhensonne!
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Wenn Sie Urlaub in den Bergen machen, beachten Sie folgendes: Durch die dünne Luft ist die Sonnenbelastung dort höher als im Flachland. Pro 1000 Höhenmeter muss mit einer 10 bis 20 Prozent höheren UV-Belastung gerechnet werden.

Vorbräunen nicht vergessen!
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Wenn der Winter vorbei ist, muss sich die Haut erst wieder an die Sonne gewöhnen: Die Haut braucht ein bisschen Zeit, um die schützenden Pigmente zu bilden. Wer sich vorgenommen hat, mehr Sport zu treiben, nimmt ja auch nicht gleich am Marathon teil. Also lieber erstmal im Schatten bleiben oder sich nur kurz den UV-Strahlen aussetzen. Kalkleisten, die sich direkt in die pralle Sonne werfen, enden sonst so wie die Dame auf dem Foto.

Risikofaktor Sonnenstudio
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Vom Vorbräunen auf der Sonnenbank raten Hautärzte dringend ab. Allgemein sollte man auf Bräune aus dem Solarium verzichten: Studien belegen, dass das Hautkrebsrisiko um 75 Prozent steigt, wenn Menschen einmal im Monat oder öfter auf die Sonnenbank gehen. Und je jünger, desto höher das Risiko, dass die Haut schwere Schäden nimmt.

Siesta im Schatten
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Doch auch wenn die Haut schon an Sonne gewöhnt ist und eine gewisse Bräune hat, sollte man es nicht übertreiben: Gerade in der stärksten Mittagshitze, also circa zwischen elf und 15 Uhr, sollten Sonnenanbeter lieber in den Schatten gehen. Aber auch im Schatten kann man sich einen Sonnenbrand zuziehen. Deshalb gilt auch hier: Eincremen nicht vergessen.

Haare schützen
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Doch nicht nur die Haut sollte vor den UV-Strahlen geschützt werden, sondern auch das Haar. Wer seine Haare der prallen Sonne aussetzt, riskiert Schäden: Sie werden trocken und bleichen aus. Deshalb während der größten Mittagshitze am besten einen Hut oder ein Kopftuch tragen. Der Haut zuliebe sollte die Kopfbedeckung auch Ohren und Nacken schützen.

Nie ohne!
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Dass Sonnen ohne entsprechenden Schutz der Haut keine gute Idee ist, muss eigentlich nicht mehr erwähnt werden. Deshalb nur noch einmal die wichtigsten Fakten:

- den Lichtschutzfaktor lieber zu hoch als zu niedrig wählen

- mindestens eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad eincremen

- empfindliche Stellen wie Nasenrücken, Fußrücken, Ohren, Dekolleté und Glatze nicht vergessen

- auch wasserfeste Sonnencreme muss regelmäßig nachgeschmiert werden.

- mehrmals eincremen verlängert den Schutzfaktor der Sonnenmilch nicht zusätzlich

- Sonnencremes sollten frei von Oxybenzon und Retinylpalmitat sein, weil diese Stoffe Allergien auslösen können.

Hautkrebsrisiko beachten
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Vorsicht: Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor kann die Entstehung von schwarzem Hautkrebs zwar verzögern, aber nicht vollständig verhindern. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wird der schwarze Hautkrebs jährlich bei etwa 20.000 Menschen diagnostiziert. Betroffen sind meist Menschen über 40. Zwanzigjährige mit Melanomen seien aber aufgrund des geänderten Sonnenverhaltens und häufiger Solarienbesuche keine Seltenheit mehr.

„Das ist eine proaktive Möglichkeit, mit der Sonnenstrahlung umzugehen“, sagt David Cohen, Gründer des Herstellers Voxelight. Am besten sei es schließlich, Krebs von vornherein zu verhindern. Immerhin bietet der Sunscreenr ein Beispiel dafür, wie der Fortschritt bei Sensoren der Gesundheit dienen kann.

Auf die Idee kam der Mitgründer Jon Meyer, dessen Mutter an Hautkrebs erkrankt war. Als Hobbyfotograf wusste er um die Möglichkeiten der Technologie, unsichtbare Strahlen sichtbar zu machen, ihm fehlte jedoch das nötige Wissen, sie zu entwickeln. Er wendete sich an Cohen, einen Doktor der Biochemie, der seit Jahren in der Gesundheitsbranche arbeitet.

Cohen recherchierte, ob so ein Gerät technisch machbar und bezahlbar wäre. Nach drei Monaten war er davon überzeugt: Im Oktober 2015 meldeten die beiden ihre Firma im US-Staat North Carolina an.

Das Gerät sieht von außen nicht nach Hightech aus: Es hat ein Gummigehäuse, dem ein bisschen Sand nichts ausmacht, außerdem ein Objektiv und drei Knöpfe. Im Inneren kommt eine UV-Kamera zum Einsatz, die die reflektierten Strahlen auffängt – so lässt sich feststellen, welche Hautpartien noch nicht mit Sonnencreme bedeckt sind oder wo Wasser den Schutz weggewaschen hat. Damit der Unterschied deutlich wird, werden die eingecremten Stellen dunkel angezeigt, so als hätte man sich Farbe auf die Haut gestrichen.

Ab Sommer im Handel
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