Apple in Not: Android hängt das iPhone ab

Apple in Not
Android hängt das iPhone ab

Käuferzurückhaltung in den Wochen vor dem Start des iPhone 4 und eine Flut von Konkurrenzmodellen mit dem Android-Betriebssystem haben Smartphone-Wunderkind Apple im Heimatmarkt USA in starke Bedrängnis gebracht. Nun ist das Google-Betriebssystem für Smartphones auch auf dem Weg, den zweitgrößten Markt China zu erobern.
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DÜSSELDORF. Mit einem Plus von 851 Prozent im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Geräte mit der Google-Software im zweiten Quartal 2010 als größte Smartphone-Plattform etabliert.

Nach Zahlen des Analysedienstes Canalys hatten Android-Telefone - hauptsächlich von HTC, Samsung und Motorola - im Quartal einen US-Marktanteil von 34 Prozent. RIM (Blackberry) kommt auf 32,1 Prozent und Apple auf 21,7 Prozent. Die Verbreitung einer Plattform ist wichtig, weil sie ein Maßstab für die Attraktivität der Systeme für Software-Programmierer und Medienkonzerne ist, wenn es darum geht, maßgeschneiderte Angebote bereitzustellen. Mit 14,7 Mio. Stück wurden in den USA 23 Prozent aller Smartphones weltweit ausgeliefert.

Die Marktforscher von Nielsen sehen auch für das erste Halbjahr 2010 Android vor iPhone in den USA. Auf sechs Monate gerechnet konnte aber Blackberry noch seine Nummer Eins-Position behaupten.

"Die Zahlen belegen eindrucksvoll, welches Momentum Android entwickelt", so Chris Jones, Senior-Analyst bei Canalys. Dieses Momentum bedroht nicht nur Apple, sondern noch massiver Microsoft: in wenigen Monaten startet Windows-Phone-7, Hoffnungsträger und letzte Chance für die Mobile-Pläne von CEO Steve Ballmer - mitten in den Hype um Google und iPhone hinein.

Android ist auch auf dem Weg, China zu erobern, den zweitgrößten Markt der Welt mit elf Prozent des Gesamtvolumens. Noch ist Nokia mit 76,9 Prozent Spitzenreiter. Aber Android holt auf: Im Vorjahr noch bei null Prozent liegt der Anteil jetzt bei sieben Prozent. Apples Anteil hingegen ist noch immer nicht messbar. Apple hatte sich lange geweigert, eine chinesische Version des WLAN-Standards zu implementieren und so Zeit verloren. Kürzlich wurde dann die ministerielle Erlaubnis zum Verkauf eines modifizierten iPhones erteilt, jetzt wahrscheinlich mit WLAN-Hintertür für chinesische Behörden.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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