Apple Max mini
Billigheimer mit Format

Das Problem: zehn Millionen Musikspieler iPod hat Apple verkauft - und die meisten werden an Windows-PC angeschlossen. Apples Antwort: der Billig-Mac, die iPod-Musik-Tanke fürs Wohnzimmer ab 489 Euro. Das soll ein Computer sein? Lächerlich! Das war der erste Gedanke, der mir durch den Kopf ging, nachdem der Testrechner aus seiner Styroporhülle gepellt war. Doch solche Zweifel zerstreut Apple schnell.

HB DÜSSELDORF. Das elegante Gehäuse ist aus gebürstetem Aluminium, die Abdeckung aus weißem Kunststoff. Nichts sieht billig aus. Die kompakten Maße - das Gerät ist gerade mal 5 cm hoch - ermöglicht ein kleiner Trick: Das Netzteil wurde herausoperiert und wird jetzt - wie bei Laptops - per Kabel angeschlossen.

Keine Bedienelemente stören die Frontpartie, nur ein winziger Schlitz verrät, wo wir DVD oder CD einschieben können. Steht der Mini jedoch nicht frei auf dem Schreibtisch, kann das aber zum Problem werden. Denn der USB-Stick zum Datentransfer (Diskette gibt es nicht mehr) muss an der Rückseite befestigt werden, was zur Geduldsprobe werden kann.

Im Test wurde die Kiste per Router an eine eingerichtete DSL-Verbindung und einen LCD-Fernseher angeschlossen und lief auf Anhieb. Ein Adapter für analoge Monitore liegt bei.

Das Testgerät zeigte eine ansprechende Leistung, was damit zusammenhängt, dass es sich um die Top-Variante handelte: Satte 512 Megabyte Speicher statt 256 MB, der 1,42-Gigahertz- Prozessor (statt 1,25) und große Festplatte. Hoppla: Zusammen mit Apple-Funk-Tastatur, Bluetooth und W-Lan stehen dann auf einmal wieder fast 870 Euro auf der Rechnung.

Mein Tipp: wenigstens die schicke Funk-Tastatur und Maus (100 Euro) einplanen. Alles andere sieht ungefähr so gelungen aus wie ein Porsche Carrera mit Fuchsschwanz.

Schon beim Kauf sollte auch der CD- durch den DVD-Brenner ersetzt werden (noch mal 100 Euro). Erstens, weil sich der Mini bei nachträglicher Aufrüstung nicht ohne hässlicher Kratzer öffnen lässt. Zweitens, weil wir sonst die Software iLife ?05 nicht voll nutzen können.

Sie ist eine umfassende, intuitiv zu bedienende Lösung, um Bilder, Musik und Videos und DVD zu bearbeiten und natürlich den iPod zu betanken. Die Arbeit mit iLife macht Spaß, und Details - wie ein automatischer Fotoversand per E-Mail aus dem Programm - zeigen, dass hier mitgedacht wurde.

Wenig Gedanken wurden aber auf den Ton verschwendet: Der simple Stereo-Audioausgang des Minis enttäuscht. Für einen richtigen Multimedia-PC fehlen noch Fernsehteil und Festplatte. Hier gibt es Zusätze wie den Elgato Eye TV 410, den wir nächste Woche testen werden.

Fazit: ein leiser Rechner mit ausreichender Leistung, auch fürs Wohnzimmer. Gut ausgestattet, kommt er preislich an einen entsprechenden Windows-PC heran. Aber er sieht nun mal so toll aus.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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