Apps!
Sie haben 200 Milliarden neue E-Mails

Auf Smartphones wurde das ohnehin schon Schlimme noch schlimmer, und dennoch sind E-Mails aus dem Arbeitsalltag nicht wegzudenken. Eine neue App lindert den Schmerz.
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New YorkWenn Sie bis jetzt einen guten Tag hatten, lassen Sie mich Ihnen ihn mit diesen Zahlen verderben: Dieses Jahr werden jeden Tag über 190 Milliarden E-Mail verschickt werden, nächstes Jahr werden es täglich schon über 195 Milliarden sein, und im Jahr darauf über 200 Milliarden täglich*. Und jeden Morgen fühlt es sich so an, als würde jede einzelne dieser Nachrichten in meinem Posteingang landen.

E-Mail ist so alt, dass es so weit verbreitet ist wie keine andere Kommunikationsform im Internet, vor allem im Arbeitsalltag. Dass wir heute immer öfter mit mobilen Geräten arbeiten, hat das Notwendige noch übler gemacht.

Doch es gibt eine Reihe von Apps, die Abhilfe schaffen wollen. Zu Beginn des Jahres habe ich mir viele davon installiert. Die meisten habe ich wieder gelöscht. Aber nicht alle.

GELÖSCHT: Square One hilft bei Überforderung (ist aber ziemlich dumm)

Möglicherweise hören Sie in nächster Zeit, dass SquareOne eine tolle Mailapp ist. Das stimmt nicht. Die App verspricht, das Unnötige herauszufiltern, und Ihnen nur das Wichtige zu zeigen. Das Problem: Das macht nicht die App, das müssen Sie selbst tun.

Startet man die App, fühlt sich das erst einmal gut an. Da ist keine scheinbar endlose Liste, sondern „Zonen”. „Arbeit” ist eine, „Freunde” eine andere, „VIP” eine weitere. Das ist eine tolle Idee! Die bunten Zonen zeigen an, wenn eine neue E-Mail darin wartet.

Doch: Die meisten Mails landen in einer anderen Zone: „Unsortiert”. Denn die App setzt keine Algorithmen oder andere Indikatoren ein, um die Nachrichten zu sortieren: Das müssen Sie selbst tun. Das ist zu viel Aufwand für etwas, was Gmail automatisch tut.

Alle andern Funktionen der App sind allerhöchstens durchschnittlich. Sie hat noch nicht mal eine universelle Suchfunktion.

GELÖSCHT: Gmail ist fast menschlich (aber halt nur Gmail)

E-Mail ist als ob sie nach Ewigkeiten einen alten Freund treffen und ihm erzählen, dass sie gerade eben eine Schachtel Zigaretten gekauft haben, wie sie vor einigen Stunden im Fitness-Studio waren, am Abend zuvor in einem langweiligen Theaterstück, wie sie gestern Abend endlich ihre Büchersammlung sortiert haben und so weiter. Und irgendwann, ohne Vorwarnung, dass Sie ein Kind bekommen haben. Wichtige Nachrichten, versteckt in ganz viel Unnötigem.

Google will das so tun, wie wir es selbst tun: Nachrichten erstmal nach Wichtigkeit ordnen. In der Gmail-App sieht man erstmal einfach die wichtigsten Nachrichten. Die Newsletter, Angebote und Updates sind in drei weitere Tabs verteilt. Funktioniert aber nur mit Gmail. Ist sonst wenig überzeugend.

GELÖSCHT: Mailbox ist nur dazu da, zu sortieren

Diese App ist perfekt für den ersten Blick in die Inbox am Morgen. Sie zeigt eine Liste der E-Mails, wie alle andern auch. Doch dann lässt sich rasant sortieren: Ein kurzer Wisch nach links archiviert die Mail, ein langer löscht sie. Mit einem kurzen Wisch nach rechts lässt sich ein Termin fest legen, wann die Mail wieder auftauchen soll (morgen, nächste Woche etc.), ein langer Wisch nach rechts lässt sie in eine Liste versorgen.

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