Auf dem Prüfstand
Windows Phone 7 ist gut, doch nicht gut genug

Microsofts neues Handy-Betriebssystem sieht nett aus und lässt sich gut bedienen. Doch das könnte zu wenig sein, denn um in dem umkämpften Markt noch etwas erreichen zu können, hätte es umwerfend werden müssen.
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HAMBURG. Microsoft hat am Montag sein neues Betriebssystem für Smartphones namens Windows Phone 7 vorgestellt. Auf zwei Handymodellen konnte diese getestet werden: dem HTC Trophy und dem LG E900 Optimus 7. Der erste Eindruck: Microsoft hat sein System tatsächlich grundüberholt. Nichts erinnert mehr an die alte Oberfläche von Windows Mobile.

Kerngedanke des "7" ist die Organisation der Anwendungen in sogenannten Hubs. In diesen Feldern sind zum Beispiel unterschiedliche Kommunikationstools oder Multimediaanwendungen zusammengefasst, so dass sich praktisch alle Funktionen vom Startbildschirm aus steuern lassen. Solche Sammelknöpfe gibt es auch in Apples aktuellem Betriebssystem iOS4, dort heißen sie Ordner.

Auffällig ist die Bedeutung, die Microsoft mobilen Spielen beimisst: Nicht nur, dass ein Knopf direkt zur Xbox Live führt und die Anbindung an die Xbox eine echte Aufwertung erfährt. Man fragt sich allerdings, wie viele Spieler tatsächlich von dieser Möglichkeit Gebrauch machen werden. Schließlich sind die Bildschirme vom HTC (9,4 Zentimeter Diagonale) und LG (9,7 Zentimeter) keine Wunder der Übersichtlichkeit.

Doch die Stoßrichtung ist klar: Deutlich mehr als zuvor richtet sich Microsofts Bestreben auf die Gunst der Privatnutzer. Jene, die ihr Smartphone bekanntlich nicht mehr primär zum Telefonieren, dem Lesen von E-Mails oder der Terminpflege verwenden, sondern eben auch zum Musikhören, Schmökern und Daddeln. Und gerne kleine Zusatzfunktionen auf ihrem Handy nutzen.

So gibt es Spiele in Dolby-Sound, einen Marketplace, der so etwas ist wie ein Appstore sein soll, und die Einbindung der Multimedia-Plattform Zune mit Songs und Filmen zum Download. Bereits vorinstalliert auf dem LG ist Scansearch, eine sogenannte Augmented-Reality-Anwendung, die lokale Informationen wie Wetter oder Shoppingangebote anzeigt, sowie ein kleines Spracherkennungsprogramm, das Worte sofort in Text umwandelt. Das ist natürlich nett. Muss sich aber an den über 250.000 Anwendungen für das iPhone und den auch nicht gerade wenigen Android-Apps messen lassen. Im Microsoft-Store sieht es da vergleichsweise noch mau aus.

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