Ausstieg der Briten nicht unwahrscheinlich
Im Joint-Venture von Vodafone und Verizon kriselt es

Vodafone fühlt sich von seinem US-Partner ins Abseits gedrängt. Der Name „Vodafone“ taucht in den USA nirgends auf – eine ungewohnte Erfahrung für die selbstbewussten Briten.

wsj/ank NEW YORK. Auf den ersten Blick schien die Kombination perfekt: Der britische Mobilfunkanbieter Vodafone Group Plc. suchte nach einer Einstiegsmöglichkeit in den US-Markt, und der US-Telekomkonzern Verizon Communications wollte seine Kundenbasis auf den Handymarkt ausweiten. In nur drei Jahren baute das schlagkräftige Team seine neue Hausmarke Verizon Wireless zu einem marktführenden 20-Milliarden-Dollar-Geschäft aus.

Doch inzwischen brodelt es gewaltig hinter der Fassade. Vodafone fühlt sich von seinem US-Partner ins Abseits gedrängt. Der Name "Vodafone" taucht in den USA nirgends auf - eine ungewohnte Erfahrung für die selbstbewussten Briten, die in vielen europäischen und asiatischen Ländern Marktführer sind und weltweit rund 100 Millionen Kunden in 28 Staaten versorgen. Zudem ist die Technologie von Verizon Wireless in den USA nicht kompatibel mit der, die Vodafone im Rest der Welt verwendet. Doch Vodafone hat wenig Chancen, daran etwas zu ändern: Die Briten halten nur 45 % an dem Joint-Venture.

Verizon bleibt denn auch gelassen: Die weitere Zusammenarbeit mit Vodafone sei für das Handy-Geschäft nicht unbedingt notwendig. Ein Konzernsprecher gab jüngst zu Protokoll, man würde jederzeit gerne den Vodafone-Anteil übernehmen: "Wir sehen zwar keinen Anlass, unser Verhältnis mit Vodafone zu verändern, da es nützlich für beide Seiten ist, aber wir würden uns auch vollkommen wohl fühlen, wenn sich Vodafone für einen anderen Kurs entscheidet."

Laut Vertrag kann Vodafone zurzeit einen großen Teil seiner Anteile für 10 Mrd. $ an Verizon abzugeben. Aber besonders attraktiv ist diese als "Nuklear-Lösung" bezeichnete Variante für die Briten nicht - sie müssten hohe Steuern auf den Verkaufserlös zahlen. Dennoch halten einige Analysten diese Variante für wahrscheinlicher als dass sich Vodafone auf Dauer mit Beschränkungen im attraktiven US-Mobilfunkmarkt zufrieden geben wird.

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