Betriebssysteme
Microsoft und Google formieren die Truppen

Microsoft reagiert auf die Ankündigung eines eigenen Computer-Betriebssystems durch Google mit einer wichtigen Personalentscheidung. Derweil hat der Suchmaschinengigant enthüllt, wer bei Chrome OS mit im Boot sitzt.

DÜSSELDORF. Steve Ballmer hat Steven Sinofsky vom Senior Vice President und Windows-Chefentwickler zum Präsidenten der wichtigsten Microsoft-Sparte ernannt. Er übernimmt ab sofort die alleinige Verantwortung für das Betriebssystem Windows. Bill Veghte, bislang gleichberechtigt mit Sinofsky im Führungsteam, soll eine neue Position im Unternehmen bekommen.

Sinofsky war nach dem Desaster um die Vista-Einführung 2007 von der Office-Sparte zu Windows gewechselt. Dort war er maßgeblich für die Entwicklung von Windows 7 verantwortlich, das im Oktober auf den Markt kommt.

Konkurrent Google legt derweil in seinem Blog zum Thema Betriebssystem nach und veröffentlichte eine Teilliste der Partner von Chrome OS, dem Windows-Konkurrenten für Netbooks, der Mitte 2010 marktreif sein soll. Unter anderem wollen die PC-Hersteller Lenovo, Acer, HP und Asus an dem Open-Source-Projekt mitarbeiten. Gerade die taiwanesischen Acer und Asus sind die wichtigsten Spieler im Netbook-Markt.

Ein weiteres Schwergewicht ist der Software-Hersteller Adobe. Adobe steht mit seinem Flash-Player und der Software-Plattform Adobe Air für interaktive Web-Anwendungen in scharfer und direkter Konkurrenz zu Microsofts Online-Plattform Silverlight. Auf Prozessorseite ist neben Texas Instruments auch Qualcomm vertreten. Qualcomm-Prozessoren beherrschen den Markt für Smartphones. Microsoft-Partner Intel ist hier völlig bedeutungslos, da sein Atom-Prozessoren noch immer zu viel Strom verbrauchen, um in Mobiltelefonen eingesetzt zu werden. Auf der Liste fehlen große Hersteller wie Dell oder das asiatische Schwergewicht Sony.

Google stellte in dem Blog auch klar, dass die Nutzung von Chrome OS grundsätzlich kostenlos sein werde. Das ist allerdings auch nicht weiter verwunderlich, da das System auf Linux-Basis erstellt wird. Linux-Code muss nach den Lizenzbestimmungen für jeden frei zugänglich sein. Ob oder inwieweit Google durch Service- oder Software-Dienstleistungen, zum Beispiel nach dem Muster des Linux-Spezialisten Red Hat, Einnahmen erzielen wolle, wird nicht thematisiert. Weitergehende Details zu Chrome OS werden laut Google im Herbst bekannt gegeben, wenn auch der Quellcode für Entwickler veröffentlicht werden soll.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
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