Bezahlen per Funkchip
Sparkassen kommen Google zuvor

Der Funkchip NFC soll das mobile Bezahlen revolutionieren. Google hat in den USA bereits Google Wallet auf Basis von Handys mit NFC-Chip eingeführt. In Deutschland wollen die Sparkassen Google nun zuvorkommen.
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BerlinDie 429 deutschen Sparkassen wollen die Einführung von Near-Field-Communication (NFC) beschleunigen, um Konkurrenzprodukten wie Google-Wallet zuvorzukommen. "Die Sparkassen werden künftig alle 45 Millionen EC-Karten zusätzlich mit mobiler Technik ausstatten, den Großteil in den nächsten zwei Jahren. Das Prinzip ist vor allem für schnelle Bezahlvorgänge wie im Einzelhandel sehr wichtig", sagte der Direktor Zahlungsverkehr des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Wolfgang Adamiok, dem Magazin Focus.

Bislang plante der Sparkassenverband, erst in den kommenden vier Jahren alle EC-Kunden in Deutschland mit NFC auszustatten.

Die EC-Karte mit dem Funkchip sollen die Kunden kostenlos erhalten. Die 429 deutschen Sparkassen haben als Partner für die NFC-Technologie die Ketten Edeka, Douglas und Dm sowie einen Tankstellenkonzern gewonnen. Mit NFC-EC-Karten können kleine Beträge bezahlt und bei PIN-Abfrage Beträge vom Girokonto abgebucht werden.

Das von Google im Dezember 2010 vorgestellte Android-Smartphone Nexus S unterstützt NFC. Google präsentierte Ende Mai 2011 sein mobiles Bezahlsystem Google Wallet Handynutzern in New York und San Francisco.

Zusammenarbeit auf dem Smartphone

Um sich Marktanteile zu sichern, seien Telekommunikations- und Finanzbranche in Deutschland jetzt gefordert, tragfähige Partnermodelle zu entwickeln, heißt es in einer Marktanalyse von Steria Mummert Consulting zur NFC-Technologie. Derzeit vertrauten Kunden bei der Abwicklung ihres Zahlungsverkehrs in erster Linie ihrer Hausbank. Kunden erwarteten auch beim NFC-Payment die nahtlose Anbindung an das Zahlungsverkehrsnetz ihres Instituts. Daher sollten deutsche Banken die Chance wahrnehmen, mittelfristig mit dem Smartphone eine Alternative zu EC- und Kreditkarten anbieten zu können. Allerdings würden entsprechende Paymentfunktionen ohne die Telekommunikationsbranche nicht auf die Smartphones der Nutzer kommen. Eine enge Zusammenarbeit der Branchen biete sich an, erklärte Steria Mummert Consulting.

"So erfordert der Einsatz von NFC-Lösungen oder Apps an der Kasse deutlich strengere Sicherheitsstandards und eine höchstmögliche mobile Transaktionssicherheit, die bisher in der Abrechnungskette bei Handytarifen nicht nötig waren", sagte Volker Klünter, Telekommunikationsexperte von Steria Mummert Consulting.

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  • Na ja, ein Schnellschuss, der nach hinten losgehen kann. Das Problem: "kleine Beträge", wie im Text genannt, hat schon bei der Geldkarte bei EC/Maestro nicht funktioniert. Also wird das dann wieder keine vollwertige Zahlungsfunktion per NFC? Die Profis setzen dagegen auf Combo Chips mit eingebautem Sicherheitselement, tauglich als vollwertige Kredikarten/Bezahllösung.

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