Blackberry-Chef
Keine Angst vor Microsoft

Der Chef des Blackberry-Betreibers RIM, Jim Balsillie, will sich vom Vorpreschen Microsofts in den Markt für mobile E-Mail nicht einschüchtern lassen.

dpa BARCELONA. „Ein Betriebssystem ist zwar wichtig, aber vor allem geht es in dem Geschäft um verknüpfte Dienstleistungen“, sagte Balsillie am Dienstag auf der Branchenmesse 3gsm in Barcelona. Das von Microsoft hier vorgestellte Betriebssystem Windows Mobile sechs habe nur wenige Verbesserungen im Vergleich zur Vorgänger-Version, meinte der RIM-Chef. Für den Blackberry-Dienst habe man für die kommenden sieben bis acht Monate etwa ein Dutzend neuer Produkte in Planung, um die eigene Position zu stärken.

RIM geht mit seinen neuen Modellen wie dem in Barcelona mit elf Mobilfunk-Betreibern gestarteten Blackberry 8 800 einen ähnlichen Weg wie Microsoft: Der Kunde soll auf einem Gerät unterwegs den geschäftlichen E-Mail-Verkehr abwickeln und auch Musik, Video oder Kartendienste nutzen können. Bisher waren die Blackberrys mit Geschäftsleuten oder Beamten als wichtigste Kundengruppe bewusst eher spärlich mit Multimedia-Funktionen ausgestattet. So habe man auf Kameras verzichtet, weil die Nutzer sie aus Sicherheitsgründen nicht wünschten. Der neue Blackberry hat dafür Navigationsfunktionen über GPS, weil sich „mobile Menschen“ immer wieder an fremden Orten zurechtfinden müssten, sagt Balsillie.

Für die Akzeptanz von Musik auf dem Handy habe Apple mit seiner iphone-Ankündigung der Branche einen großen Gefallen getan. „Die Leute wissen jetzt, dass sie das erwarten können.“ Er glaube allerdings, dass es einfacher sei, Musikplayer-Funktionen in ein Smartphone wie den Blackberry zu integrieren als ein Mobiltelefon rund um einen ipod aufzubauen.

RIM (Research in Motion) sieht sich als führender Anbieter für mobile E-Mail-Lösungen. In dem Anfang Dezember beendeten dritten Geschäftsquartal erhöhte RIM die Zahl der Blackberry-Nutzer mit 875 000 neuen Kunden auf gut sieben Millionen. Mit dem Modell Pearl führte RIM vor kurzem erstmals einen Blackberry mit Fokus auf private Nutzer ein. Mehr als die Hälfte der Pearl-Käufer kam aber auch aus der Geschäftswelt, sagte Balsillie. Microsoft verkaufte im Schlussquartal 2006 drei Mill. Windows-Mobile-Lizenzen.

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