Blackberry Key One im Test
Tippen wie 1999

Blackberry feiert ein Comeback – irgendwie zumindest: Mit dem Key One kehrt die bekannte Marke zurück, samt Tastatur. Gebaut wird das Smartphone vom chinesischen Hersteller TCL, doch davon merkt man im Test nichts.
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DüsseldorfEs ist einige Jahre her, da war Blackberry ein Synonym für Produktivität, mehr noch, ein Statussymbol. Wer etwas auf sich zählte, hatte so eine kleine E-Mail-Maschine mit Tastatur in der Tasche. Doch als das iPhone und dutzende Android-Smartphones auf den Markt kamen, wirkten diese Geräte auf einmal nicht mehr zeitgemäß. Nicht wegen der Tasten – das Problem war eher, dass es für die Plattform kaum Apps und Multimedia-Angebote gab.

Der Hersteller ist darüber tief in die Krise gerutscht und hat sich schließlich im vergangenen Jahr aus dem Hardwaregeschäft verabschiedet. Trotzdem kommt in diesen Tagen eines neues Smartphone mit dem Beerenlogo auf den Markt: Der chinesische Konzern TCL hat eine Lizenz für die Marke erworben und fertigt nun die Geräte. Das Key One – so der Name des ersten Modells – soll dabei alt und neu kombinieren.

Der Hersteller setzt auf die Stärken, für die Blackberry steht: Natürlich die Tastatur, aber auch einige Sicherheitsfunktionen (siehe Infokasten) und ein ausdauernder Akku, der mindestens einen Tag durchhalten soll. Es ist ein Versprechen, vor allem an die Fans früherer Tage: Effizient arbeiten wie ein Banker oder Berater, tippen wie 1999. Allerdings setzt TCL als Betriebssystem Android ein, mit all den Programmen aus dem Play Store samt Musik und Videos. Es ist das Zugeständnis an die heutige Zeit: Ohne Apps geht nichts mehr. Reicht das, um mit der Konkurrenz mitzuhalten? Auch angesichts eines stattlichen Preises von rund 600 Euro?

Intelligente Hilfe beim Schreiben

Das markanteste Merkmal des Key One ist die Tastatur. Deren Tasten sind leicht erhaben und haben einen angenehmen Druckpunkt, sind zudem beleuchtet. Wer darin geübt ist, damit E-Mails oder Memos zu schreiben, dem wird das mit dem neuen Blackberry leicht von der Hand gehen. Und auch wer gewöhnt ist, auf dem Touchscreen zu schreiben – so wie ich –, kommt relativ schnell damit klar.

Zumal die Tastatur berührungsempfindlich und somit zusätzlich als Touchpad fungiert. So lassen sich die Wortvorschläge, die beim Schreiben auf dem Bildschirm erscheinen, mit einem kleinen Wischer auswählen; oder ganze Wörter mit einer Geste löschen. Und in Dokumenten oder auf Websites kann man mit Streichbewegungen navigieren. Das Gerät verbindet somit virtuelle und echte Tastatur.

Eine elegante Lösung hat der Hersteller für die Entsperrung des Bildschirms gefunden: Der Fingerabdrucksensor ist in die Leertaste eingelassen – ein Klick, und das Gerät ist einsatzbereit. Die übrigen Tasten lassen sich zudem für den Schnellstart ausgewählter Programme nutzen. Das T habe ich zum Beispiel mit Twitter verknüpft, dass F mit Facebook.

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