Blackberry Leap im Test Das produktive Pummelchen

Alte Technik, neue Hülle: Die Hardware des Blackberry Leap erinnert an das Jahr 2014. Um unterwegs E-Mails und Memos zu schreiben, reicht das. Im Meeting sollte das Gerät aber nicht auf dem Tisch liegen.
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Das Leap hat keine Tastatur, ist aber trotzdem ein Blackbbery.
Blackberry Leap

Das Leap hat keine Tastatur, ist aber trotzdem ein Blackbbery.

Blackberry hat sich vom Massenmarkt verabschiedet – als Zielgruppe hat der kanadische Hersteller die „Power Professionals“ ausgegeben, also die Vielarbeiter und -tipper. Denen verspricht er Geräte, die erstens besonders sicher sind, zweitens besonders clever mit E-Mails und Dokumenten umgehen und drittens trotzdem auch ein bisschen Spaß machen.

Das Blackberry Leap ist das erste Geräte, dass der Konzern in diesem Jahr auf den Markt bringt. Mit einem Preis von 290 Euro (online ab ca. 250 Euro) zielt es nicht auf die Schlipsträger in der Chefetage, sondern eher auf Berufseinsteiger. Ob es die Erwartungen der jungen Nutzer erfüllen kann, zeigt unser Arbeitszeugnis.

Design: solide

Auf den ersten Blick ist das Leap nicht unbedingt als Blackberry zu identifizieren: Es hat nicht die typische physische Tastatur, sondern nur einen Touchscreen. Auf den zweiten Blick wirkt es ganz schön klotzig. Mit seinem Fünf-Zoll-Bildschirm ist es nicht übermäßig groß, das Gehäuse ist aber kantig, dick und schwer – vergleichbare Smartphones kommen deutlich schlanker daher.

Die Rückseite ist nicht einfach aus Plastik, sondern mit einem genoppten Gummi überzogen, abgesehen von einer glänzenden Leiste für Kamera und Blitz. Dadurch rutscht das Gerät nicht so schnell aus der Hand, wenn der junge Power Professional damit nach einem Taxi winkt. Allerdings sollte er es im Meeting nicht mit der Rückseite nach oben auf den Tisch liegen: Besonders schick sieht das nicht aus.

Hardware: stets bemüht

Auch wenn wir das Jahr 2015 schreiben: Die Ausstattung des Blackberry Leap erinnert eher an 2013 oder 2014. Denn der Prozessor ist schon länger auf dem Markt, die Ausstattung des Gerätes basiert auf dem einstigen Spitzenmodell Z30. Einige Android-Smartphones bieten heute mehr, auch das schicke Z30 ist im Ausverkauf zu ähnlichen Preisen zu bekommen. Der Bildschirm hat eine HD-Auflösung, was Spitzenmodelle ebenfalls übertreffen. Zumindest ist der Arbeitsspeicher mit zwei Gigabyte nicht zu knapp bemessen.

Im beruflichen Alltag macht sich die schwache Ausstattung kaum bemerkbar, für E-Mails, Kurznachrichten und Textdokumente reicht die Leistung aus, ebenso fürs Surfen im Netz, dank LTE auch mit schneller Datenübertragung. Wer zur Abwechslung eine Partie „Angry Birds“ spielen will, muss aber beim Start Geduld haben – viele Apps brauchen einige Sekunden, gerade die Android-Anwendungen (dazu später mehr). Auch aufwendig animierte Spiele sind nicht für das Leap geeignet.

Blackberrys kleiner Sprung
Telefonieren mit dem Blackberry Leap
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Leap heißt auf Deutsch Sprung – ein Sprung nach vorne ist das gleichnamige Gerät allerdings nicht: Die Hardware ist veraltet. Immerhin kommt man auch ohne Steckdose gut über den Tag.

Oberfläche von Blackberry 10
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Alternative zu Android und iOS: Der kanadische Hersteller nutzt sein eigenes Betriebssystem Blackberry 10.

Kommunikationszentrale Blackberry Hub
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Alle Nachrichten auf einen Blick: Blackberry will die Verwaltung von E-Mails, Textnachrichten und Tweets erleichtern.

App Store von Blackberry
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Das größte Manko des Blackberry-Systems: Die Auswahl an Apps ist vergleichsweise klein. Doch der Hersteller bietet eine Alternative...

Apps von Amazon
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Mit der aktuellen Version des Betriebssystems können Nutzer auch Apps von Amazon herunterladen – hier ist die Auswahl deutlich größer.

Dick und schwer
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Das Gerät ist vergleichsweise dick und schwer. Dafür passen an der Seite Sim- und Micro-SD-Karte rein.

Gerät für „Power Professionals“
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Mit seinen Produkten nimmt Blackberry nun die „Power Professionals“ ins Visier – Berufstätige, die viel unterwegs sind. Das gilt nicht nur für das Leap...

Kamera: nicht ganz zeitgemäß

Auch die Kamera ist nicht ganz zeitgemäß, aber tauglich. Sie löst mit acht Megapixeln auf – das reicht, um Fotos von der After-Work-Party bei Facebook hochzuladen, vorausgesetzt, in der Bar ist es nicht düster. Denn sobald es nicht taghell ist, fehlt es den Fotos an Schärfe; erschwerend kommt hinzu, dass das Gerät oft die falschen Einstellungen wählt, um das Beste aus der Situation zu machen. Dafür gleicht der Timeshift-Modus den langsamen Autofokus aus – aus einer Serie von Bildern wählt man das beste aus, Augenblinzler und verrutschte Gesichtsausdrücke lassen sich so ausblenden.

Einen ordentlichen Eindruck hinterlässt der Akku. Einen Arbeitstag hält das Leap locker durch, zwei bei sparsamer Nutzung. Zusätzlich kann ein Energiesparmodus dabei helfen, dass dem Gerät auch an einem langen Arbeitstag nicht der Strom ausgeht. Bei Bedarf dimmt er den Bildschirm herunter und begrenzt die Prozessorleistung. Blackberry verspricht eine um bis zu 15 Prozent längere Laufzeit.

Kommunikation: gewandt
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