Blackberrys im Visier der Hacker
Der Virus kommt per SMS

Smartphones, PDAs und Blackberrys werden zunehmend zur Zielscheibe mobiler Attacken. Die Zahl sicherheitsrelevanter Vorfälle sei im Jahr 2006 um das Fünffache gestiegen, meldet der Hersteller von Sicherheitssoftware McAfee. Die Handyviren könnten zur ernsten Gefahr für das Geschäft der Mobilfunkbetreiber werden – Grund nervös zu werden.

BERLIN. „Schadensfälle bereiten den Providern hohe Kosten und Imageprobleme. Doch die wenigsten gehen das Problem beherzt an“, sagt Jan Volzke, Mobile-Security-Experte bei McAfee. Es bestehe das Risiko, dass der Vertrieb der zumeist betroffenen Smartphones darunter leide. Auch Todd Thiemann, Spezialist des Antivirenhauses Trend Micro sieht eine steigende Bedrohung auf dem Sektor der mobilen Geräte: „Die Hacker- und Malware-Community schärft ihre Krallen.“

Der Kern des Problems: Smartphones und Personal Digital Assistants (PDA) werden kleinen Taschencomputer immer ähnlicher – längst sind sie per Internet in Unternehmensnetze eingebunden, werden zugleich aber auch privat genutzt – und das Telefonieren ist nur noch eine Funktion unter vielen. „Die Mobilfunktechnik wurde für Sprachdienste entworfen und nicht für Datendienste – daraus ergeben sich jetzt die Sicherheitsprobleme“, sagt Experte Volzke.

Parallel zu Funktionen und Bandbreiten wachsen im Mobilfunk die Risiken: Zum Repertoire der Hacker zählt unter anderem Datenspionage (MobiSpy) sowie das Abfischen von Passwörtern – Phishing per SMS (SMiShing). Eine beliebte Masche: Per SMS kommt die Nachricht, man habe sich für einen kostenpflichtigen Dienst angemeldet. Wer zur vermeintlichen Richtigstellung auf die angegebene Internet-Adresse klickt, bekommt dort einen Trojaner-Virus untergejubelt. „Sogar erfahrene Handy-Nutzer nehmen die Virengefahr für mobile Geräte kaum wahr“, sagt Alexander Gostev von der IT-Sicherheitsfirma Kaspersky.

Nach einer McAfee-Studie haben 83 Prozent von weltweit 200 befragten Handynetz-Betreibern bereits eine Infektion mobiler Endgeräte erlebt. „Und das, obwohl es erst etwa 350 Handyviren gibt“, sagt Volzke. Zum Vergleich: Über 200 000 PC-Schädlingen sind im Umlauf.

„Betroffen sind nicht nur Smartphones, sondern fast alle mobilen Geräte, da Viren bereits per SMS verbreitet werden“, berichtet Volzke. Zwar fürchteten 90 Prozent der Betreiber einen imageschädigenden Angriff, doch längst nicht jeder sei bisher in der Lage zu handeln.

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