Cloud Computing
Scheibchenweise Rechenleistung

Vor ein paar Jahren revolutionierte Amazon das Buchgeschäft im Internet, nun ist das Unternehmen wieder ein Pionier. Im Zukunftsmarkt Cloud Computing ist das Internetunternehmen führend. Die Nachfrage nach Rechenleistung aus der Steckdose steigt seit Jahren rasant. Kein Wunder, dass nun auch die Konkurrenz Jagd auf den Vorreiter macht.

DÜSSELDORF. Der Feind hat es erst gemerkt, als es fast zu spät war: Heimlich, still und leise hat sich der „Buchhändler“ Amazon zu einem der wichtigsten Unternehmen im Cyberspace entwickelt und ist schon da, wo Google, IBM oder Microsoft gerne auch sein würden: im „Cloud Computing“. Ein kommendes Milliarden-Geschäft, wenn man Marktbeobachtern glauben darf. Und die Meute versucht aufzuholen. Denn noch sind die Karten nicht verteilt.

Ob Lifestylekonzern Philips, Pharmariese Ely Lilly, Medienkonzern New York Times oder das Max-Planck-Institut – sie alle nutzen längst „EC2“, „Elastic Computing 2“, das Cloud-Computing-Angebot von Amazon. Sie kaufen Rechenleistung wie die Wurst beim Metzger an der Theke, Motto: „Darf’s heute mal ein Scheibchen mehr sein?“

Das Webunternehmen Amazon, das 1999 selber gerade mal einen einzigen Applikations-Server im Internet hatte, um Anwendungssoftware laufen zu lassen, verkauft heute Rechenleistung aus tausenden Web-Rechnern heraus an hunderte Unternehmen. Darunter ein Großteil des Who-is-Who der Fortune 500-Liste. Der Bedarf wächst. Das IT-Beratungsunternehmen IDC rechnet bei Businessanwendungen im Web mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 27 Prozent auf rund 42 Mrd. Dollar im Jahr 2012.

Die akute Finanzkrise hat dem Trend zur Rechenleistung aus der Steckdose einen dramatischen Schub gegeben. Nur 30 Prozent des IT-Aufwands, so Studien, stecken Unternehmen in Dinge, mit denen sie direkten Mehrwert für die Kunden schaffen. Der Rest fließt in Dinge wie Hardware, Speichermanagement oder Wartung und Betrieb von Rechenzentren.

„Wir haben Kunden, die eine durchschnittliche Auslastung ihrer IT von 15 Prozent hatten“, sagt Adam Selipsky, IT-Experte bei Amazon, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das kostet die Firmen viel Geld: Gartner Research geht davon aus, dass Rechenzentren bald so viel für Energiekosten für Betrieb und Kühlung aufwenden werden, wie für die Anschaffung der Hardware.

Der Vorteil des flexiblen Cloud-Rechnens: In Krisenzeiten können Unternehmen ihr Kapital im operativen Geschäft verwenden, statt in teure Hardware zu investieren. Das liegt im Trend, der IT-Riese IBM hat Ende November einen eigenen Consulting-Service nur für die Einrichtung von Cloud-Infrastruktur bei seinen Kunden geschaffen.

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