Creative Vado
Erwischt!

Wenn es mal etwas rauer zugeht, muss man für einen Schnappschuss nicht gleich sein teures Smartphone riskieren. Viel besser eignet sich dafür der Vado von Creative - eine günstige Mini-Videokamera für die Hosentasche.

Ok. Der Trend geht zwar zum multimedialen Alleskönner. Aber manchmal wünscht man sich nichts weiter als einen robusten und billigen Videorekorder. Am Strand etwa, wenn die Wasserschlacht tobt, auf der Studentenfete nachts um halb zwei, dem Straßenfest im Regen oder der Schlittenabfahrt in den Schneehaufen. Wer will wirklich für ein paar witzige Sekunden Videoaufnahme sein teures Smartphone riskieren?

Das ist die Stunde des Creative Vado - ein kompakter Mini-Camcorder. Er ist zwar nicht wassergeschützt oder stoßfest, aber ein Verlust ist bei einem Preis von 99 Euro gerade noch verschmerzbar. Hauptsache, das Video lässt sich retten.

Der Vado sieht aus wie ein MP3-Spieler, wiegt nur 84 Gramm und besticht durch Einfachheit. Drei Bedienelemente reichen aus, und nach dem Einschalten ist er sofort startbereit. Ein Druck auf den Multifunktionsschalter und los geht?s. Einzustellen gibt es nichts, nur die Videoqualität kann von "hoch" auf "Standard" umgestellt werden. Allerdings wären "normal" und "mäßig" eher angebracht. Im niedrigen Modus passen zwei Stunden Video auf den nicht erweiterbaren Speicher, die Auflösung beträgt 640 x 480 Pixel (VGA).

Die bescheidene Bildqualität ist dem einfachen Fixfokus-Objektiv mit Zweifach-Digitalzoom geschuldet - viele Handykameras sind besser ausgestattet. Bei phantastischem Wetter an der Hamburger Alster gab es leuchtende Farben, aber der Kontrast flachte schnell ab. Bei Nahaufnahmen lässt die Schärfe zu wünschen übrig.

Pfiffig ist der integrierte USB-Anschluss, der mit Windows-Rechnern Kontakt aufnimmt und den Akku auflädt. Installiert ist ein simples Betrachterprogramm mit integrierter Internet-Funktion. Videos können direkt auf die Webseiten Youtube oder Photobucket geladen werden. In Deutschland beliebte Dienste wie Myvideo oder Sevenload sind nicht einstellbar. Ein manueller Transfer ins Web als AVI-Dateien ist möglich. Für ein Selbstporträt fehlt der kleine Spiegel zur Aufnahmekontrolle neben dem Objektiv, der fast jedes Handy ziert. Schade.

Beeindruckend ist die Lichtstärke: Der Vado arbeitet bei mäßiger Beleuchtung gut - ob im Kinderzimmer, auf der Grillparty oder in der Kneipe, solange noch ein schwaches Licht brennt. Das Mikrofon ist mäßig, in lärmender Umgebung ist es eher ein Geräuschefänger. Aber das reicht für den Einsatzzweck - den spontanen Video-Schnappschuss - meist aus.

Fazit: Das Gerät ist der Videobegleiter für die Generation Instant-Fun. Überall dort, wo der einzigartige Moment und die schnelle Reaktionszeit zählen, nicht aber die Qualität. In den USA ist der Vado schon für 99 Dollar zu haben - bei dem Wechselkurs ein nettes Urlaubsmitbringsel. Die Alternative sind ältere Einfach-Camcorder wie der Aiptek PocketDV 8800LE mit SD-Kartenspeicher. Sie kosten kaum mehr, sind aber besser ausgestattet.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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