Das BenQ 8100 mit Breitwand-Display im Kinoformat und Wireless Lan ist superdünn und superstark
Fast zu schade für die Dienstreise

Der Laptop von heute muss längst mehr sein als nur tragbar. Die Käufer erwarten schlicht und einfach, dass ihr Porti komplett die sperrige und unansehnliche graue Kiste zu Hause unter dem Schreibtisch ersetzt. Wie er sich unterwegs schlägt, wird da schon fast zur Nebensache.

DÜSSELDORF. Das Joybook 8100 des taiwanischen Herstellers BenQ ist ein Paradebeispiel für diesen Trend zum eleganten Wohnzimmer-Porti, dessen weiteste Reise oft die zehn Meter bis ins Schlafzimmer sein dürften. Schickes Äußeres, große Tastatur, helles und brillantes LCD-Display im Kinoformat, DVD-Brenner, spieletauglicher Hochleistungsgrafikchip und serienmäßig randvoll mit attraktiver Multimedia-Software. Ein optischer SPDIF-Ausgang ermöglicht den digitalen Anschluss an moderne Hi-Fi-Anlagen. Dank einer mitgelieferten Infrarot-Fernbedienung lässt sich die Video-DVD auch bequem vom Bett oder von der Couch aus starten.

Das Format des Displays von 16 : 10 (ein typischer Breitbild-Fernseher kommt mit 16 : 9 daher) erscheint gewöhnungsbedürftig, erfüllt aber als Kinoleinwand seinen Zweck und hält die Bautiefe des Geräts in angenehmen Grenzen. Mit 200cd/m2 ist der LCD-Schirm angenehm hell, doch leider hat er einen ziemlich eingeschränkten seitlichen Blickwinkel. Ein guter Grund, beim gemeinsamen Videogucken auf der Studentenbude vielleicht noch etwas enger zusammenzurücken.

Die Tastatur machte im Test einen guten Eindruck. Ein weicher, aber exakter Anschlag, viel Platz vor den Tasten, um die Handballen aufzulegen. Der integrierte Mausersatz hat große Tasten, auf einen nervigen Mini-Joystick in der Tastatur wurde zum Glück verzichtet.

Mit den Wireless-Fähigkeiten des Joybooks konnte sich zumindest Co-Tester Frank Niebisch, Technikexperte bei Handelsblatt.com, kaum anfreunden. Er moniert, dass der Centrino-Rechner nur einen langsamen 802.11b-Anschluss hat. Für Video-Streaming aus dem Internet etwa sollten es aber schon die 54M/Bit des neueren 802.11g sein. Dass der DVD-Brenner nur die Formate DVD+R und RW unterstützt, war ihm ebenfalls etwas wenig für ein Multimedia-Talent wie den BenQ.

Die mitgelieferte QMedia-Software zur Verwaltung von Bildern, Videos oder Musik erinnert an die Media-Center Version von Windows XP. Was fehlt, sind TV- und Radioteil. Das ist schade, weil schon bald eine große Zahl von Laptopkarten für den digitalen Fernsehstandard DVB-T zu erwarten ist. DVB-T macht mobiles TV zum Hochgenuss. Witziges Detail: QMedia erlaubt es, ein DVD-Video als Windows-Hintergrund laufen zu lassen. Die eingebauten Stereolautsprecher sind erträglich. Der Akku hält bis zu vier Stunden, wer viele Videos schaut oder mit der Festplatte arbeitet, erreicht das aber kaum.

Fazit: attraktiv, superdünn mit nur 3,3 mm. Starke Leistung, aber nicht billig. Insgesamt schon fast zu schade, um damit nur auf Reisen zu gehen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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