Das neue Apple TV im Test
Ein Smartphone namens Fernseher

„Wie heißt der Schauspieler?“ Die Frage soll der Fernseher beantworten – mit Apple TV. Der Konzern rüstet die Box mit Sprach- und Gestensteuerung auf, wie man sie vom iPhone kennt. Nur mit dem Humor klappt es noch nicht.

Mit dem Humor klappt es noch nicht so. „Zeige gute Filme mit Sylvester Stallone“, über diese Frage würde mancher Kinoexperten schmunzeln. In besonders vielen hochwertigen Produktionen ist der Action-Schauspieler nicht zu sehen. Doch das ficht Siri nicht an: Die digitale Assistentin zeigt eine ganze Liste mit Filmen an. Wie schmeichelhaft für den „Rocky“- und „Rambo“-Darsteller.

Doch auch ohne Humor ist Siri eine nützliche Helferin. Gleichzeitig demonstriert sie, wie Apple das Fernsehen der Zukunft sieht: Der iKonzern rückt in der neuen Generation von Apple TV die Steuerung per Sprache und Gesten in den Mittelpunkt, zudem lässt sich das Gerät mit Apps aufrüsten. Geht es nach Apple-Chef Tim Cook, wird der Fernseher zu einer XXL-Ausgabe des Smartphones. Er spricht gar in der üblichen Übertreibung vom „Fernsehen der Zukunft“.

Doch diese Zukunft wollen viele Hersteller bestimmen: Erst kürzlich hat Amazon die zweite Generation seines Fire TV vorgestellt, während Google das Streaming-Gerät Chromecast überarbeitet hat. Lohnt sich das Apple-Produkt? Das ist eine Frage der Gewohnheiten und des Geräteparks, wie der Test von Handelsblatt Online zeigt.

Steuern mit Gesten und Sprachbefehlen

Dass Apple den Fernseher als großes Smartphone sieht, macht bei der neu konzipierten Fernbedienung bemerkbar: Sie ist flach, hat wenige Knöpfe, dafür aber ein Touchpad aus Glas, auf dem Nutzer mit dem Daumen navigieren und klicken – etwa um flott durch eine lange Reihe von Filmcovern zu blättern. Das funktioniert sofort intuitiv. Zudem enthält das Gerät diverse Sensoren, die neue Spielkonzepte ermöglichen, wie man sie von der Wii kennt.

Ein weiteres Element aus der Smartphone-Welt: Nutzer können über die Sprachsteuerung Siri nach Inhalten suchen und Kommandos geben. Die meisten Eingaben versteht sie sofort, nur beim Namen des Action-Schauspielers Jean-Claude Van Damme sperrt sie sich beharrlich. Vielleicht ist das aber auch nur ein geschmackliches Statement.

Verschiedene Kommandos erleichtern die Entdeckung sehenswerter Inhalte. „Suche Filme mit Penélope Cruz“ fördert beispielsweise eine Liste mit Auftritten der spanischen Darstellerin zutage. Auch Kombinationen wie “80er Jahre Filme mit Tom Cruise” funktionieren. In den Ergebnissen werden nicht nur Ergebnisse aus den Apple-Angeboten angezeigt, sondern auch aus anderen Online-Videotheken wie Netflix, wenn diese die Sprachsuche nutzen. Da nicht alle Plattformen alle Filme und Serien anbieten, erleichtert dieser Überblick die Auswahl.

Siri kann aber noch mehr: So hilft sie bei der Bedienung, etwa indem sie Videos um eine beliebige Zeit vor- oder zurückspult oder den letzten Dialog wiederholt, wenn gerade jemand im Raum dazwischengequatscht hat. Auf Zuruf zeigt sie auch das Wetter an. Allerdings hat die digitale Assistentin nicht auf alle Funktionen Zugriff. Nach Apps im App Store kann sie beispielsweise nicht forschen, ebenso wenig nach Musik. Sie hat also noch Entwicklungspotenzial.

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