Datenschutz auf Reisen gefragt
Verbummelte Handys werden zum Risiko

Wer sich einen schönen Überblick über die aktuellen Smartphone-Vorlieben von Deutschlands Managern verschaffen will, sollte einen Blick in die Rumpelkammern der Flughafen-Fundbüros werfen.

KÖLN. Der IT-Sicherheitsdienstleister Utimaco hat das getan. Dessen Umfrage bei den Fundbüros der zehn führenden Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bringt jetzt ans Licht: Über 5000 mobile Endgeräte haben Flugreisende im vergangenen Jahr am Airport verloren – Tendenz steigend.

Für Firmen ist das alarmierend, denn Smartphones, Blackberrys und PDAs enthalten immer mehr kritische Daten und wettbewerbsrelevantes Wissen. „An internationalen Flughäfen wimmelt es von brisanten Dokumenten, E-Mails und sensiblen Firmendaten“, sagt Jörg Forthmann, Sprecher von Steria Mummert Consulting. „Und ausgerechnet außerhalb des eigenen Unternehmens wird das Einmaleins der Datensicherheit oft außer Acht gelassen.“

Die pikante Utimaco-Untersuchung bestätigt das. Als Hauptursache für die Vergesslichkeit nannten die Fundbüro-Mitarbeiter die verschärften Sicherheitskontrollen, bei denen elektronische Geräte aus Taschen genommen und gesondert abgelegt werden müssen. Aus Zeitdruck, in starkem Gedränge oder durch Ablenkung werden die mobilen Geräte oft nicht wieder eingepackt und erst im Flieger oder bei der Ankunft im Zielflughafen vermisst.

Gerade auf Flughäfen mit großem Inlandflug-Angebot, das gerne von Geschäftsreisenden genutzt wird, bleiben täglich mehrere Dutzend und an Hauptreisetagen bis zu hundert mobiler Geräte liegen. Kritisch beurteilt Utimaco dabei die auf den Notebooks, PDAs und Smartphones zumeist unverschlüsselten Daten. Fehlen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen – die vorinstallierten Sicherheitsfunktionen der Geräte reichen in den seltensten Fällen aus – können die Informationen schnell missbraucht werden. Bei Geschäftsreisenden sind oft streng vertrauliche Unternehmenszahlen, Entwicklungs- und Konstruktionsinformationen sowie Geschäftspläne betroffen – nicht selten auch die von Geschäftspartnern oder Kunden. Theoretisch reicht der Konkurrenz eine kopierte Laptop-Festplatte – und der Wettbewerbsvorteil ist dahin.

Dass Flughäfen auch für Gelegenheits-Diebe das beliebteste Jagdrevier sind, zeigt eine weitere Befragung unter 200 Firmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern: 31 Prozent gaben an, dass ihre Firmen-Notebooks hauptsächlich auf Flughäfen gestohlen werden, knapp gefolgt von Hotels (29) und öffentlichen Verkehrsmitteln (20). Restaurants (4), Konferenzsäle (3) und der dröge Besprechungsraum (1) sind als Tatort hingegen reichlich unverdächtig. Um finanzielle Einbußen und Image-Schäden durch Datenmissbrauch vorzubeugen, empfehlen Datensicherheitsexperten eine Kombination aus zwei Schutzmechanismen: Einer Authentisierung plus einer automatisch im Hintergrund laufenden Verschlüsselung. So geraten Daten selbst bei mutwilligem Zugriff von außen nicht in falsche Hände.

Gerade Firmen mit großem Außendienst und reisendem Management sollten Sicherheitsmaßnahmen auf allen mobilen Endgeräten einheitlich durchsetzen, rät Martin Wülfert, Chef von Utimaco. Neun von zehn Firmenlaptops sind nach seiner Einschätzung nicht ausreichend gegen Datendiebstahl geschützt. „Das ist besonders schockierend, wenn man weiß, dass zwei bis fünf Prozent aller Firmenlaptops verloren gehen. In großen Firmen oder Behörden sind das schnell 500 Stück jedes Jahr.“

Seite 1:

Verbummelte Handys werden zum Risiko

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%