Datensicherheit
Wenn der Blackberry plötzlich weg ist

Weil viele Manager Sicherheitsmuffel sind, entpuppen sich Technikspielzeuge wie der Blackberry als Gefahr für Geschäftsgeheimnisse. Keine Firma will offen darüber reden, weil sie Imageschäden oder rechtliche Folgen befürchtet. Dabei könnten die Sicherheitslücken schnell geschlossen werden.

In der guten alten analogen Zeit kam es gelegentlich vor, dass Adressbücher, Baupläne, Karteikästen oder Aktenordner verloren oder gestohlen wurden. Heute dagegen gehört der Verlust wichtiger Geschäftsdaten in den meisten Unternehmen zum traurigen Alltag: „Ein beträchtlicher Teil der mobilen Geräte, die die alten Arbeitswerkzeuge ersetzt haben, verschwindet auf Nimmerwiedersehen“, berichtet Ansgar Heinen, Produktmanager beim Sicherheitstechnologieanbieter Utimaco.

Bis zu fünf Prozent der Smartphones, Notebooks und Personal Digital Assistants (PDA), die Utimacos Großkunden an Manager und Mitarbeiter ausgeben, sind nicht mehr aufzufinden. „Dass Mobilgeräte geklaut oder verloren werden, passiert allen“, sagt Heinen. „Aber keiner will offen darüber reden, weil man Imageschäden oder rechtliche Folgen befürchtet.“

Fatalerweise werden die neuen, mobilen Arbeitswerkzeuge meist von Menschen genutzt, die mit besonders sensiblen Daten arbeiten – von Vertriebsprofis, die mit vertraulichen Kundendaten hantieren, oder von Geschäftsführern, die sorglos detaillierte Firmenzahlen mit sich herumtragen. Vor allem Blackberry und Co. werden dabei immer beliebter. Über ein Drittel der Führungskräfte nutzt bereits einen PDA mit E-Mail-Abruffunktion. „Viele Manager geben an, fast manisch ihren Mail-Account auf neue Nachrichten zu überprüfen – auch am Flughafen, im ICE, in Hotels oder am Wochenende zu Hause“, beobachtet Boris Liffers, Chef der Beratung German Consulting Group, die 380 Manager zu ihren Gewohnheiten befragte.

Gerade ein PDA ist bei Sicherheitsexperten gefürchtet, weil das extrem handliche Gerät besonders oft verloren geht. Vor allem ärgert die Fachleute, dass diese Geräte oft gar nicht notwendig sind, sondern eher als Statussymbol und Managerspielzeug fungieren. „Einer zeigt auf einer Tagung stolz sein neues Gerät, und die anderen wollen dann auch so eins haben“, beobachtet Heinen. „Und wenn der Chef sagt, er braucht einen Blackberry, kann man ihm das kaum verbieten, selbst wenn der IT-Mann Bedenken hat.“

Seite 1:

Wenn der Blackberry plötzlich weg ist

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%