Datenverlust auf Geschäftsreise
Riskante Vergesslichkeit

Allein in London wurden im letzten halben Jahr von Fahrgästen tausende Mobiltelefone, Handhelds, Laptops und USB-Sticks in Taxis vergessen. Doch weniger der reine Verlust der mobilen Geräten bereitet den Unternehmen Sorgen - viel mehr befürchten sie, dass die darauf gespeicherten Informationen in falsche Hände gelangen könnten.

DÜSSELDORF. Londons Taxifahrer könnten sich mit dem Verscherbeln von Smartphones eine hübsche Summe hinzuverdienen – wären sie nicht so ehrlich. 55 000 Mobiltelefone, 5 000 Handhelds, 3 000 Laptops und 900 USB-Sticks haben Fahrgäste in einem halben Jahr in Londons Taxis liegen lassen, das ergab eine Umfrage des Sicherheitsunternehmens Pointsec Mobile Technologies.

Dass es bei solchen Verlusten um mehr geht als den Gerätepreis, ist für Jürgen Borchert, Pointsec-Chef in Deutschland, ein klarer Fall: "Gelangen die Informationen in die falschen Hände, wird der Verlust des Geräts für den Geschäftsreisenden schnell zum Albtraum." Dabei schützen die Anwender ihre Daten in aller Regel gar nicht oder nur mit einem leicht zu knackenden Passwort, weiß Borchert aus Erfahrung.

Nicht nur verschlampte Handys und am Flughafen vertauschte Laptops sorgen bei den IT-Sicherheitsbeauftragten in Unternehmen für Sorgenfalten. Eine wachsende Zahl von Mitarbeitern nutzt privat erworbene Geräte im Betrieb und speichert darauf vertrauliche Unternehmensdaten. Daher haben manche IT-Abteilungen gar keinen Überblick mehr und können die mobilen Helfer auch nicht in Sicherheitsstrategien einbeziehen.

Vor allem bei kleineren Unternehmen herrscht immer noch eine erstaunliche Sorglosigkeit. So lassen laut einer Umfrage der Marktforscher von Dynamic Markets unter europäischen Firmenchefs mehr als 40 Prozent der Nutzer auch Verwandte, Freunde und selbst die Kinder ihre mobilen Endgeräte nutzen, obwohl 92 Prozent nach eigenem Bekunden darauf vertrauliche Geschäftsinformationen und Dokumente gespeichert haben - von Geschäftskontakten und Verträgen über Strategiepapiere und Businessplänen bis hin zu Informationen über neue Produktentwicklungen. Nicht einmal jeder Zweite verschlüsselt seine Mails, die er mit Smartphone, PDA oder Notebook verschickt.

Größere Unternehmen wie die Ludwigshafener BASF versuchen, mit klaren Richtlinien für den Umgang mit den mobilen Helfern gegenzusteuern. Die Nutzung privater Minicomputer mit Firmendaten ist zum Beispiel absolut tabu. Mit über 4 800 Personal Digital Assistants (PDAs), mehr als 4 600 Notebooks mit UMTS-Karte und rund 1 600 Blackberries verfügt das Chemieunternehmen in Europa über eine komplexe und rasch wachsende mobile Infrastruktur.

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