Demonstrationsprojekt zur WM
Mobilfunker treiben Handy-TV voran

Die vier deutschen Mobilfunknetzbetreiber ziehen zumindest beim Fernsehen auf dem Handy an einem Strang. Zur Fußball-WM starten sie ein gemeinsames Demonstrationsprojekt für Handy-TV. In den Genuss der bewegten Bilderwelt kommt allerdings noch längst nicht jeder.

HB BERLIN. In Berlin, Hamburg, München und Hannover können ab sofort einige tausend ausgewählte Nutzer bis 31. August TV- und Radioprogramme über 16 Kanäle auf eigens ausgerüsteten Geräten empfangen. Das teilten T-Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus am Montag in Berlin mit. Genutzt wird der Funkstandard DVB-H (Digital Video Broadcasting-Handheld). Unterstützt wird das Projekt von den Landesmedienanstalten, die bereits treibende Kraft beim terrestrischen Digital-Fernsehen (DVB-T) waren.

Eine kommerzielle Einführung von Handy-TV ist für kommendes Jahr geplant. "Wir wollen einen Massenmarkt und keine Nutzung für eine kleine Elite", sagte der Marketing-Geschäftsführer von Vodafone, Frank Rosenberger. Handy-Nutzer könnten dann neben dem Angebot von ARD und ZDF und der Privaten auch eigens produzierte TV-Dienste empfangen. Die monatlichen Kosten könnten sich zwischen fünf und 15 Euro je nach Auswahl des kostenpflichtigen Angebots bewegen, sagte der Geschäftsführer Finanzen von T Deutschland, -Mobile Raphael Kübler. Technisch werde es möglich sein, bis zu 50 Programme zu empfangen.

Klärung der Frequenzverteilung nötig

"Am liebsten würden wir sofort mit dem Regelbetrieb anfangen", sagte O2-Kommunikationschef Dietrich Beese. Allerdings müssten noch technische und finanzielle Fragen geklärt werden. Für den kommerziellen Betrieb wollen die vier Mobilfunkbetreiber ein Konsortium bilden, das über eine digitale Plattform die Programme verteilen und das Sendenetz finanzieren soll. Nähere Angaben zu Investitionen wollten die Betreiber nicht manchen. Es würden "mehrere hundert Mill. Euro" anfallen, sagte Kübler.

Voraussetzung für den Normalbetrieb sei eine Klärung der Frequenzverteilung, betonte der Direktor der Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg, Hans Hege. Darüber müssten sich Netzbetreiber und Sender verständigen. Die aktuelle Programmbelegung bedeute keine Vorentscheidung. Beim Pilotprojekt können Öffentlich-Rechtliche, Privat- und Regionalsender sowie Hörfunkprogramme empfangen werden. DVB-H-Frequenzen werden zur Zeit in drei Bundesländern ausgeschrieben.

RTL stellte in einer Mitteilung klar, dass der Sender bereits Frequenzanträge in Hamburg, Berlin und Hannover gestellt habe. Da es sich bei DVB-H um eine Variante des Rundfunkstandards DVB-T handele, gehe RTL davon aus, dass die TV-Unternehmen vorrangig behandelt werden, sagte der Geschäftsführer von RTL interactive, Constantin Lange.

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