Digitale Antennen machen den tragbaren Rechner zum Garten-Fernseher
Fußball aus dem Stift

Sommer, Sonne, Bundesliga. Die Qual der Wahl zwischen Grillparty am Baggersee oder Fußball war noch nie so einfach zu lösen wie heute: Dank DVB-T, dem "digitalen Überallfernsehen", wie es in der Werbung so schön heißt.

HB DÜSSELDORF. Der Freecom DVB-T-Stift ist kaum größer als ein Textmarker und passt in jedes Reisegepäck. Er wird in die USB-Dose gesteckt. Nach fünf Minuten war die Software installiert und der automatische Sendersuchlauf vollzogen. Einfacher geht es nicht mehr.

Das Abspiel- und Aufnahmeprogramm wird mit der Maus bedient, alternativ gibt es eine (optional erhältliche) Fernbedienung, der im Weekend-Journal-Test allerdings kein Mucks zu entlocken war.

Das tut dem Spaß am Unterwegsfernsehen allerdings wenig Abbruch. Die Bildqualität war gut, das gilt für einen alten 17-Zoll-Röhrenmonitor von NEC, der für den Test reaktiviert wurde, ebenso wie für den 37 Zoll großen Sharp-LCD-Fernseher. Der wurde zur echten Multimediazentrale. Fernsehen und gleichzeitiges Text-Plaudern mit den Kumpels per Netz und Instant Messenger macht echt Spaß. Da kann man herrlich über die gegnerische Mannschaft herziehen, oh, Pardon, ich meine natürlich ernsthaft über die Leistung auf dem Platz fachsimpeln.

Freecom gibt als Voraussetzung einen Rechner mit 800 Megaherz (ab Pentium III) und 128 MB Speicher an. Ein entsprechendes Gerät (sogar mit 256 MB Hauptspeicher) brachte aber nur ein völlig verruckeltes Bild zu Stande. Kein Wunder, schließlich muss der Rechner die gesamte Aufbereitung der Bilddaten leisten.

Ehrlicher ist Konkurrent Terratec: Für ihren USB-Stift geben sie freiwillig 2 Gigahertz Rechengeschwindigkeit als Untergrenze an. Das ganz alte Schätzchen aus dem Keller wird also keinen zweiten Frühling als Digital-TV erleben.

Sehr gut gefallen hat aber der schnelle Videotext und der einfach zu bedienende Festplatten-Rekorder. Manko: Wenn die USB-Dosen, wie an vielen Laptops, nebeneinander liegen, blockiert der Empfänger zwei Eingänge. Abhilfe schafft ein Verlängerungskabel.

Fazit: Ein billiges Vergnügen für fröhliche Bundesliga-Sommerabende oder zur Aufrüstung des Laptops.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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