Digitale Musik
Nokia fordert Apple heraus

Der weltgrößte Hersteller von Handys sagt dem US-Konzern Apple den Kampf an. Nokia gründet ein neues Portal für mobiles Internet. Die Finnen bringen 2008 zudem ein eigenes Touchscreen-Handy im iPhone-Design auf den Markt.

LONDON. Nokia präsentierte am Mittwoch in London sowohl neue Musik-Handys, wie auch den Nokia Music Store, über den Kunden ab dem vierten Quartal dieses Jahres Musik auf das Handy oder den Computer laden können. Der Nokia Music Store wird in das neue Portal „Ovi“ integriert, dass der finnische Konzern ebenfalls vorstellte.

Mit „Ovi“, dem finnischen Begriff für Tür, will sich Nokia neue Märkte eröffnen: Das Portal soll sämtliche Service-Angebote vereinen. Neben dem Music Store haben Kunden Zugang zu Spielen, Communities wie Flickr und You Tube sowie Suchmaschinen. Nokia-Chef Oli-Pekka Kallasvuo sagte im Gespräch mit dem Handelsblatt, dass sein Konzern „eine neue Richtung“ einschlage. „Es ist aber keine Revolution, sondern eine Evolution“, sagte Kallasvuo, der den Konzern seit Sommer 2006 führt. Er rechnet durch die neuen Angebote mit einem weiteren Wachstumsschub. In diesem Jahr wolle der Konzern 120 Mill. multimediatauglicher Smartphones verkaufen, 2006 seien es nur 80 Mill. gewesen, sagte Kallasvuo. Der Kurs der Nokia-Aktie stieg zeitweise um mehr als drei Prozent.

Probleme mit den Netzbetreibern fürchtet Kallasvuo nicht. „Wir haben lange Diskussionen mit den Betreibern geführt“, sagte er. „Wir sind sogar von Betreibern gefragt worden, wann wir so etwas endlich machen“, sagte Kallasvuo. Auch der Chef der Handy-Sparte, Kai Öistämö, sagte dem Handelsblatt, dass die Betreiber ein positives Feedback gegeben hätten. „Sie verdienen ja durch mehr Datenverkehr auch mehr Geld“, sagte Öistämö. Dass die Freude über Nokias Einstieg in den Musikbereich nicht ungeteilt ist, zeigte sich vergangene Woche in Großbritannien. Der britische Mobilfunkbetreiber Orange drohte den Finnen mit einem Verkaufsboykott eines neuen Multimedia-Handy, wenn er die Musik-Download-Funktion des neuen Geräts nicht ausführlich testen dürfe. Auch Analysten glauben, dass der Einstieg ins Inhalte-Geschäft nicht bei allen Betreibern auf Gegenliebe stoßen wird.

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