Durchschnittliche Umsätze gestiegen
MMO2 erfolgreich auf Kundenfang

Der britische Mobilfunkkonzern MMO2 hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2003/2004 bis Ende Juni rund eine halbe Million neue Kunden gewonnen und seine Kundenumsätze gesteigert. Auch die deutsche Tochtergesellschaft O2 setzte auf dem größten europäischen Mobilfunkmarkt ihr Wachstum bei Kundenzahl und Verbindungsumsätzen fort.

Reuters LONDON. Der fünftgrößte europäische Mobilfunkkonzern teilte am Dienstag vor Börsenbeginn in London mit, infolge der neu gewonnenen Kunden belaufe sich der Kundenstamm Ende Juni auf 18,68 Millionen. Mit dem Zuwachs von 504 000 Kunden übertraf MMO2 die Erwartungen der Analysten. Vor Jahresfrist hatte MMO2 16,46 Mill. Kunden gezählt. In den größten von MMO2 bedienten Märkten stieg der durchschnittliche Umsatz der Kunden im Vergleich zum Vorquartal und zum Vorjahreszeitraum. Der Anteil der Datenkommunikation an den Verbindungsumsätzen sank nach Unternehmensangaben im Konzern wegen eines starken Anstiegs von Sprachverbindungen auf 18,1 % nach 19,6 % im Vorquartal. An der Börse gaben die Aktien nach anfänglichem Kursplus um rund 0,5 % auf 53,96 Pence nach.

Der über zwölf Monate aufsummierte durchschnittliche Umsatz pro Nutzer habe in Großbritannien bei 254 Pfund gelegen, nach 247 Pfund im Vorquartal, teilte MMO2 mit. Das Kundenplus habe im Quartal 258 000 auf 12,3 Mill. Nutzer betragen und damit über dem Zuwachs im ersten Quartal gelegen. Die Kundenzahl der deutschen Tochter O2 sei im ersten Quartal um 225 000 auf 5,03 Mill. Kunden gestiegen, womit der Zuwachs leicht über dem des Vorquartals lag. Der Zwölf-Monats-Umsatz der Kunden habe bei 348 ? nach 340 ? im Vorquartal betragen. Auf dem dritten von MMO2 bedienten Mobilfunkmarkt in Irland nahm die Kundenzahl den Angaben zufolge um 17 000 auf 1,27 Mill. Nutzer zu. Der Durchschnittsumsatz sei dort mit 545 ? einen Euro unter dem Vorquartalswert geblieben.

Angesichts der aggressiven Preise des britischen Marktneulings 3G zeigte sich Unternehmenschef Peter Erskine gelassen: "Wir sehen keine Notwendigkeit (für Preissenkungen), natürlich beobachten wir die Situation, aber wir fühlen uns wohl, da unsere Pläne greifen", sagte Erskine. Der zum Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa gehörende Anbieter 3G hatte zuletzt die Mobilfunkpreise deutlich gesenkt, um Kunden für seine UMTS-Dienste zu gewinnen.

Finanzielle Kennzahlen wie Umsatz und Ergebnis veröffentlicht MMO2 traditionell nur halbjährlich. MMO2 wurde Ende 2001 von seiner ehemaligen Mutter, dem britischen Telekommunikationskonzern BT Group, an die Börse gebracht. Auf Grund der im Vergleich mit den Konkurrenten Vodafone und T-Mobile geringen Größe des Unternehmens hatten Analysten wiederholt eine Zusammenlegung der Geschäfte mit dem nächstgrößeren Konkurrenten KPN gefordert. Im April hatte sich MMO2 von seiner verlustreichen Tochter in den Niederlanden getrennt und damit die Spekulationen über eine Fusion mit KPN nochmals angeheizt. Indes haben beide Konzerne in der jüngsten Vergangenheit ihre Eigenständigkeit betont und weiteres Wachstum aus eigener Kraft angekündigt.

Für die erst seit kurzem operative Gewinne erwirtschaftende deutsche Tochter gilt die Maßgabe, dass der Marktanteil jährlich um einen Prozentpunkt steigen muss. Im vergangenen erfüllt die als kleinster Anbieter in Deutschland operierende Tochter diese Maßgabe und nahm der deutschen KPN-Tochter E-Plus Marktanteile ab. Im jüngsten Quartal dürfte O2 Deutschland beim Kundenzuwachs gleichauf mit E-Plus gelegen haben, da der größere Konkurrenten eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Monaten jeweils rund 75 000 Nutzer gewann. E-Plus wird seine Kundenzahl Mitte August veröffentlichen.

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