E-Book-Reader
Amazons Kindle soll auch Deutsche überzeugen

Die Deutschen sind bekanntermaßen E-Book-Muffel. Kein Wunder, könnte man denken, schließlich war der beliebteste E-Book-Reader lange in Deutschland gar nicht zu haben. Viele Kindle-Fans hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben, dass Amazon das Gerät je auf den deutschen Markt bringt. Das hat sich nun geändert. Handelsblatt.com hat Amazons Verkaufsschlager getestet.
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DÜSSELDORF. Seit Oktober bietet Amazon auch Nutzern aus Deutschland die Möglichkeit, den Kindle direkt aus den USA zu bestellen. Dabei handelt es sich um die zweite Generation des Lesegeräts für elektronische Bücher. Die internationale Version unterscheidet sich laut Amazon dabei nur in der Möglichkeit, das Gerät in über 40 Ländern zu nutzen, von der US-Version. Das selbst gesteckte Ziel lautet, den Kindle in rund 100 Ländern auf den Markt zu bringen: „Unsere Vision ist es aber, irgendwann jedes Buch in jeder Sprache liefern zu können“, so Amazon-CEO Jeff Bezos gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Grund für die lange Wartezeit waren Berichten zufolge die hohen Gebührenforderungen von T-Mobile und Vodafone für ihr Handy-Netz. Stattdessen setzt Amazon nun auch in Europa auf eine Kooperation mit AT&T, die die Netzverbindung mittels Roaming in Europa realisieren, da der US-Telekommunikationskonzern hier über kein eigenes Netz verfügt. Amazon bietet die internationale Version des Kindles für insgesamt rund 340 Dollar inklusive Zoll und Versand an, was derzeit etwa 227 Euro entspricht. Nur wenige Tage nach der Markteinführung der internationalen Version hatte Amazon den Preis um 20 Dollar gesenkt.

Der Online-Buchhändler legt dem Kindle allerdings keinen Adapter für deutsche Steckdosen bei. Ohne zusätzlichen Adapter-Stecker (rund 5 bis 10 Euro) ist der Kindle so nur über den USB-Port des PCs aufladbar. Auch die Benutzerführung und beigelegte Kurzanleitung sind komplett in Englisch, was den meisten Kindle-Interessierten aber kaum stören dürfte - schließlich ist das Angebot an deutschsprachiger Literatur bisher kaum vorhanden.

Auch bei gleißendem Sonnenlicht gut lesbar

Eines der am häufigsten gegen E-Book-Reader ins Feld geführten Argumente kann der Kindle tatsächlich entkräften: Viele empfinden das Lesen von längeren Texten am Bildschirm als unangenehm. Das von Amazon elektronisches Papier genannte hochauflösende Display mit 167 ppi (Punkte pro Zoll) gleicht dem Anschein nach allerdings tatsächlich eher Papier als herkömmlichen Bildschirmen. Laut Amazon wird bei dem „ePaper“ Tinte elektronisch angeordnet. Anders als herkömmliche Displays ist das Kindle daher auch bei gleißendem Sonnenlicht und aus jeder Perspektive gut lesbar. Das Original-Schriftbild der Bücher bleibt erhalten, außer bei der kleinsten einstellbaren Textgrößte ist es gestochen scharf. Auch Illustrationen wirken auf dem Display originalgetreu. Dabei gibt der Kindle nur Graustufen wieder.

Einen Nachteil teilt der Kindle allerdings auch mit dem klassischen Buch: Er ist nur bei Licht zu benutzen, das Display besitzt anders als die DX-Version keine Hintergrundbeleuchtung. Kürzlich kündigte Amazon an, die DX-Variante 2010 ebenfalls international anzubieten.

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