eBook-Reader Handelsblatt goes Kindle

Amazons beliebter eBook-Reader liefert, passend zum Start der verbesserten Version Kindle 2, nun auch Deutschlands führende Wirtschafts- und Finanzzeitung frisch auf den amerikanischen Frühstückstisch. Ein Praxistest für Expatriates.
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Die Lesefläche des Kindle ist immer noch in tristes Grau getaucht. Quelle: ap

Die Lesefläche des Kindle ist immer noch in tristes Grau getaucht.

(Foto: ap)

Ein Montag in Santa Monica, Kalifornien. Strahlender Sonnenschein, auf dem Frühstückstisch eine knusprige Portion Ham and Eggs und daneben das druckfrische Handelsblatt. Zumindest theoretisch: Praktisch ist es „eInk“ - elektronische Tinte - auf der 800 x 600 Pixel großen digitalen Lesefläche des eBook-Readers Kindle 2 von Amazon.

Die Lesefläche ist immer noch in tristes Grau getaucht wie beim Vorgänger, allerdings lässt sich jetzt etwas zügiger umblättern. Statt vier werden 16 Graustufen unterstützt. Das hilft nicht nur bei Bildern, sondern auch bei der Darstellung von Grafiken, Tortendiagrammen oder komplexen Aktiencharts. Farbe wäre jedoch noch schöner.

Kräftig wurde am Design gefeilt: Angenehm weißes Plastik, gebürstetes Metall auf der Rückseite statt öder Plaste in Beige. Der Kindle 2 liegt gut in der Hand, am besten lässt er sich mit zwei Händen bedienen. Links und rechts sind Taster zum Blättern angebracht. Den unteren Rand dominiert die Volltastatur, die aber leider nicht die gesamte Gerätebreite ausnutzt. Ein Highlight ist die Möglichkeit, Texte mit Anmerkungen oder Lesezeichen zu versehen oder nach Stichwörtern zu durchsuchen. So lassen sich etwa die jeweils fünf letzten Ausgaben des Handelsblatts abspeichern, Artikel oder Textteile können als privates Presse-Clipping abgelegt werden.

Rund 290 Gramm Gewicht sind erträglich für den täglichen Einsatz, die Dicke mit 0,9 Zentimeter eigentlich auch. Eine Schutzhülle für den Bildschirm ist allerdings Pflicht, und schon ist die 20 Zentimeter lange Digischwarte, satt gepolstert und verhüllt, zwei Zentimeter dick. Das ist Taschenbuchformat.

Sinnvoll ist der integrierte New American Oxford Dictonary. Für jedes mit dem neu gestalteten 5-Wege-Navigationsstick angesteuerte Wort wird eine kurze Definition eingeblendet. Das erleichtert die Lektüre in englischsprachiger Literatur. Das Navigieren im Text ist jedoch zäh, der Cursor langsam, was dem trägen Seitenaufbau der e-Tinte zu verdanken ist. Einfach sind Kauf oder Abonnement von Büchern, Zeitungen, Magazinen oder Blogs über den Kindle-Shop. Schon nach wenigen Klicks ist ein Inhalt gebucht und wird laufend online aktualisiert.

Kleines Manko: Das Handelsblatt etwa ist erst mit einer Zeitverzögerung von einigen Stunden zum ebenfalls digital per Internet abonnierbaren Handelsblatt "e-Paper" verfügbar. Das liegt daran, dass der Inhalt der Print-Zeitung speziell in das Kindle-Format umgewandelt, mit einer neu gestalteten Benutzerführung versehen und geprüft werden muss. Leider werden - noch - keine Kurstabellen mitgeliefert.

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