Eigener „Zuhause“-Tarif
T-Mobile macht eigener Mutter Konkurrenz

Die Mobilfunktochter T-Mobile macht mit neuem Preismodell der Festnetzsparte des eigenen Konzerns Konkurrenz und versucht, die Abwanderung ihrer Kunden zu Billiganbietern zu verhindern.

HB DÜSSELDORF. Die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom bietet ab kommendem Montag einen Sondertarif für Handy-Gespräche im Umkreis der eigenen vier Wände an. Die Telekom-Tochter T-Mobile kommt damit zwar erst als dritter der vier deutschen Mobilfunknetzbetreiber mit einem "Zuhause"-Tarif auf den Markt. Für den einstigen Monopolisten hat dieser Schritt aber eine besondere Bedeutung: T-Mobile macht damit der Festnetzsparte im eigenen Konzern Konkurrenz. Der Grund: Das Ziel der "Zuhause"-Tarife ist der Ersatz des Festnetzes durch den Mobilfunk.

Bei den Zuhause-Tarifen erkennt das Handy die gewählte Zone um die eigene Wohnung. Dort gelten ähnliche Minutenpreise wie bei Gesprächen mit dem Festnetz. Verlässt der Nutzer die Zone, berechnet der Netzbetreiber automatisch wieder die üblichen Handy-Tarife.

Für die Festnetzsparte der Telekom, einst die Cash Cow der Konzerns, ist der Angriff der Mobilfunker tragisch. Bereits heute kündigen monatlich 100 000 Deutsche ihren Festnetzanschluss bei der Telekom. In den kommenden drei Jahren sollen 20 000 Beschäftigte die Sparte verlassen. Die Tage der herkömmlichen Sprachtelefonie scheinen gezählt: Die Unternehmensberatung Arthur D. Little erwartet, dass im Jahr 2015 bereits fast 90 Prozent aller Telefonate über das Internet oder das Handy geführt werden.

Deshalb sieht der Bonner Riese keine andere Möglichkeit, als ebenfalls auf den Zug aufzuspringen - und seinem einstigen Kerngeschäft selbst den Rang abzulaufen. "Wenn wir es nicht machen, tun es andere", erklärt Konzernchef Kai Ricke. -Uwe

Begonnen hatte damit bereits im vergangenen Jahr die Internettochter T-Online: Sie bietet ihren Kunden seit dem vergangenen August Internet-Telefonie an offeriert damit ebenfalls eine preiswerte Alternative zu Gesprächen über das Festnetz. Zwar sollen die beiden Sparten bald miteinander verschmelzen, damit solche Konflikte nicht mehr auftreten und Synergien realisiert werden können. Noch scheitert dieser Plan aber an zahlreichen Klagen von Kleinaktionären, Anlegerschützern und Fonds.

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