Eine clevere Geschäftsidee verhindert das ungewollte Einwählen ins Handy-Internet
Gehirnwäsche für Mobiltelefone

Es nervt Handynutzer wie die ständige Erreichbarkeit: Ein unachtsamer Tastendruck und das Telefon wählt sich automatisch in die Online-Angebote des Providers ein. Häufig bemerken die Besitzer erst mit der Rechnung den ungewollten Verbindungsaufbau.

Dabei gibt es eine Möglichkeit, die vorprogrammierten Tastenbelegungen – das so genannte Branding – zu entfernen und das Gerät mit der Originalsoftware der Hersteller zu bespielen. Danach sind die Geräte nicht nur neutral, sondern bieten noch weitere – bisher unerkannte – Vorteile.

„Herstellersoftware arbeitet meistens schneller als die gebrandete Software“, sagt Jan Petermann von Smartmod.de. „Außerdem verfügen die Geräte nach dem Debranding über mehr Speicherplatz, weil die Handyfirmen auf vorinstallierte Klingeltöne oder Bilder verzichten.“ Selbst genervt von der Schikane der Hersteller hat der 20-jährige Jura-Student sich einen so genannten Flasher zugelegt und an seinen PC angeschlossen. Mit diesem Gerät kann Petermann via Datenkabel auf die Handys zugreifen und die neueste Herstellersoftware uploaden. „Das Gerät habe ich für rund 300 Euro im Internet bestellt, die Software erhalte ich direkt von den Telefonherstellern“, erklärt der Jungunternehmer den Service, der pro Handy nicht länger als 10 Minuten dauert und rund 25 Euro kostet.

Zwar können Hersteller und Mobilfunkanbieter dem Studenten das Debranden nicht verbieten, aber erschweren. Bei einigen Modelle muss Petermann die Geräte öffnen, um die Anschlüsse für die Softwareübertragung anbringen zu können. Schief gegangen ist dabei noch nie etwas, denn Petermann ist ein versierter Bastler. Neben dem Handy-Tuning bietet er auch Displayaustausch und Spielkonsolen-Tuning an. Allerdings müssen seine Kunden damit rechnen, dass nach dem Debranding sämtliche Adressdaten, Bilder und Klingeltöne verloren gehen.

Wer die Versandkosten sparen möchte, kann sein Handy bei Petermann auch ambulant behandeln lassen. Bevorzugt dienstags zwischen 18 und 20 Uhr können Interessenten ihre Handys auf dem Frankfurter Lerchesberg vorbeibringen und der Gehirnwäsche unterziehen. Trotz des Erfolgs will der junge Mann sein Studium beenden. „Das Mobilfunkgeschäft ist schnelllebig. Wer weiß, ob das in zwei Jahren noch geht“, erklärt Petermann und freut sich über die clevere Geschäftsidee.

„Debranding“ – Technik und Kontakt

Der Twister Flasher von Saras ermöglicht das Löschen von gebrandeter Software und das Uploaden von original Herstellersoftware auf Mobiltelefone. Der Vorgang ist völlig legal und vergleichbar mit dem Austausch der vorinstallierten Windows-Software gegen ein Linux-Betriebssystem auf dem Computer. Der Flasher kostet rund 300 Euro und kann im Internet bestellt werden. Mit dem Twister werden auch die meisten Kabel zum Anschluss der Mobiltelefone mitgeliefert. Für den Betrieb genügt bereits ein einfacher Pentium-PC.

Quelle: News Frankfurt

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