Einschätzung von Vodafone
Mobilfunkpreise sollen sinken

Die Mobilfunkpreise werden in Deutschland nach Einschätzung von Vodafone weiter sinken. "Das ist ein Trend der anhalten wird, der sich möglicherweise beschleunigt", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Vodafone D2 Gmbh, Jürgen von Kuczkowski, am Montag in Düsseldorf.

dpa DÜSSELDORF. Das Unternehmen starte derzeit keine eigene Billigmarke, nach dem E-Plus mit Simyo am Markt aktiv ist. Vielmehr sollen günstige Tarife der Marke Vodafone und Vorteile bei Minutenpaketen noch stärker in den Vordergrund gerückt werden. Vodafone gewann allein im abgelaufenen Quartal in Deutschland eine halbe Million neuer Kunden. Ein Wachstumstreiber sei dabei UMTS.

"Billigmarken" sei gegenwärtig im deutschen Mobilfunkmarkt zwar ein großes Schlagwort. Aber auch in Sachen Mobilfunk-Pauschaltarife habe sich einiges getan. "Ich glaube das verschwimmt zunehmend. Die Preise fallen", schilderte der Vodafone-D2-Chef. Deutlich sichtbar seien die bereits erfolgten Preissenkungen bei den Minutenpaketen von Vodafone D2. Während das Gesamtvolumen der Minutenpakete seit dem Start vor gut einem Jahr um rund 30 Prozent gestiegen sei, habe der Umsatz mit diesen Pauschaltarifen nur um fünf Prozent zugenommen. Branchenexperten erwarten durch die neuen Billigmarken einen erneuten Preisrutsch.

Der Deutschen Telekom will Vodafone Festnetzkunden mit einem speziellen Tarif abjagen, der nun ausgeweitet werde. Demnächst werde von Vodafone ein Handy angeboten, das sowohl eine Festnetz- als auch eine Mobilfunknummer besitze, kündigte von Kuczkowski an. Mit einem ähnlichen Tarifmodell ist bereits seit Jahren der Konkurrent O2 in Deutschland erfolgreich. Über das Festnetz liefen bisher noch rund 90 Prozent aller Telefonminuten in Deutschland und nur zehn Prozent der Telefondauer entfalle auf den Mobilfunk. Mehr als ein Drittel des Festnetzgesamtumsatzes in Deutschland von rund 20 Mrd. Euro entfielen auf die Grundgebühr für den Anschluss, rechnete er vor.

Eine Absage erteilte von Kuczkowski Spekulationen über einen unmittelbar bevorstehenden Verkauf von Arcor. Der Festnetzbetreiber, der beim Mobilfunkkonzern Vodafone im Zuge der Mannesmann-Übernahme gelandet war, befinde sich in einer starken Wachstumsphase. Das sei nicht der richtige Zeitpunkt für einen Verkauf. "Das ist eine hübsche Braut, und sie wird immer hübscher, je älter sie wird", verdeutlichte der Manager, der auch dem Vodafone-Konzernvorstand angehört. Da das Festnetzgeschäft kein Kerngeschäft des britischen Konzerns sei, sei es aber unwahrscheinlich, das Arcor noch in fünf Jahren dazu gehöre.

Der Mobilfunkkonzern hat seine Kundenzahl im abgelaufenen Quartal deutlich gesteigert und seine Prognose bestätigt. Die Nutzerzahl habe sich in den Monaten April, Mai, Juni 2005 um 4,1 Mill. auf 165 Mill. erhöht, teilte Vodafone in London mit. In Deutschland schloss Vodafone 497 000 neue Verträge ab und kam damit auf 27,7 Millionen Kunden. Die Düsseldorfer Tochter wuchs nach Meinung von Branchenkennern zwar stärker als T-Mobile, habe die Telekom-Tochter aber nicht überholt. "Es ist überhaupt nicht wichtig, wer Nummer 1 und wer Nummer zwei ist", betonte der Vodafone-D2-Chef mit Blick auf den deutschen Markt. Wichtiger seien der Ertrag und Innovationen. Bereits 530 000 Kunden von Vodafone in Deutschland nutzten UMTS-Angebote.

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