"Erhebliche Verantwortungslosigkeit"
SMS am Steuer verschärft Strafe

Das Versenden einer SMS hinter dem Steuer kann zu einer höheren Verkehrsstrafe führen. Dies hat das Bayerische Oberste Landesgericht in einer am Montag veröffentlichten Entscheidung klargestellt.

HB/dpa MÜNCHEN. Diese Verwendung des Mobiltelefons zeige eine „erhebliche Verantwortungslosigkeit“ und könne zur Strafzumessung auch dann herangezogen werden, wenn ein Unfall nicht dadurch verursacht worden sei, hieß es.

Das Gericht korrigierte damit eine Entscheidung des Landgerichts München II. Im vorliegenden Fall war ein übermüdeter Lastwagenfahrer am Autobahnkreuz München-Ost im Stau auf einen Personenwagen aufgefahren und hatte den Tod der Fahrerin verschuldet. Schuld war der so genannte Sekundenschlaf. Vier unmittelbar davor übermittelte Nachrichten per SMS waren laut Urteil der Vorinstanz nicht Unfallursache. Im übrigen gleiche das Versenden von SMS dem Bedienen des Autoradios oder dem Beobachten des Armaturenbretts, hatte das Landgericht München II befunden.

Das Oberste Landesgericht hingegen erklärte, die Ablenkung durch das Versenden von SMS während der Fahrt dokumentiere „eine erhebliche Sorglosigkeit und Verantwortungslosigkeit“.

Der Angeklagte war vom Landgericht München II wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Obergericht hob diese Entscheidung auf und verwies den Fall insbesondere zur Prüfung der Strafaussetzung an eine andere Strafkammer zurück.

Az.: 1 St. RR67/03

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%