Erstes Touchscreen-Handy der Finnen kommt
Nokia bläst zum Angriff auf das iPhone

Lange hat es gedauert - vielleicht zu lange? Fast zwei Jahre nach der Ankündigung des iPhones von Apple wird Weltmarktführer Nokia heute in London aller Voraussicht nach sein erstes tastaturloses Mobiltelefon vorstellen.

DÜSSELDORF. Das Mobiltelefon mit dem großen Berührungsbildschirm soll auf den Namen 5800 Xpressmusic hören und die typischen Merkmale eines Oberklasse-Telefons haben. Navigationschip, W-Lan, hochwertige Kamera und schnelles UMTS, berichtet etwa der Informationsdienst Engadget. Informationweek will sogar von DVB-H-Fernsehempfang wissen. Wie dem auch sei: Das Telefon wird in eine schwierige Zeit hinein geboren werden. Denn nicht nur die Konkurrenz wird hart werden. Die Käufer könnten auch ganz ausbleiben.

Finanzkrise, Wirtschaftsflaute und Kreditklemme haben dem Markt für Luxustelefone und Smartphones bereits einen herben Schlag versetzt. Die Aktien von Apple (iPhone, iPod), Rim (Blackberry) oder auch Nokia haben zuletzt massiv an Wert verloren. In den USA senken Analysten durch die Bank die Gewinnerwartungen praktisch aller Unternehmen im High-End-Technologiebereich. Nokia büßte seit Jahresanfang fast 50 Prozent an Börsenwert ein. Konkurrent Sony Ericsson kämpft mit Verlusten, Motorola droht sogar ganz aus dem Rennen zu fallen. Als neuer Wettbewerber tritt zu allem Überfluss T-Mobile noch mit dem ersten Google-Handy an, das noch vor Weihnachten in den USA auf den Markt kommen und den Wettbewerb weiter anheizen wird.

Nokia selbst hatte bereits Anfang September davor gewarnt, dass der Marktanteil, zuletzt 40 Prozent, im mittlerweile beendeten dritten Quartal fallen dürfte. Als Grund wurden aggressive Preiskämpfe genannt, die auch an den Finnen nicht spurlos vorübergehen. Außerdem musste im zweiten Quartal ein Ertragsrückang um über 60 Prozent hingenommen werden. Dass die Finnen sich im gleichen Atemzug optimistisch für das Gesamtjahr zeigte, kann mit dem neuen, intern "Tube" genannten Touchscreen-Handy und dem Musik-Downloadservice "Comes With Music" zusammenhängen. Auch er soll morgen in London an den Start gehen und gegen Apples iTunes und den angekündigten Musikdienst des Konkurrenten Sony Ericsson antreten.

Nokias Vorteil könnte in der breit gefächerten Modellpalette liegen, die Luxusgerät bis weit in den Billigsektor hineinreicht. Der Durchschnittspreis eines Nokia-Handys fiel im zweiten Quartal 2008 auf 117 Dollar nach 143 Dollar im Vorjahr. Dadurch ist Nokia in der Lage, gute Geschäfte in Entwicklungsländern wie Pakistan, Schwellenländern wie Indien aber auch Industriestaaten wie Deutschland zu machen.

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