Everio GZ-MC 500 von JVC
Nimm drei

Wettbewerb hat was Gutes. Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Videokamera? Ein Ungetüm, das man auf der einen Schulter trug, während an der anderen der Tragegurt des bleischweren Videorekorders zerrte. Und heute? Da machen schon kleinste Fotokameras und Mobiltelefone halbwegs erträgliche Videos.

HB DÜSSELDORF. Der Vorteil für uns Verbraucher: Die Hersteller von "richtigen" Videokameras rüsten gewaltig auf. Sie bieten heute im Amateurlager Technik, die vor wenigen Jahren noch Profis vorbehalten war. So wie die Everio GZ-MC 500 von JVC mit drei getrennten Aufnahmechips, einem für jede Grundfarbe. Das liefert sichtbar bessere Farbtreue und-brillanz als bei Modellen mit einem Chip für alle Farben.

JVC ist damit zwar nicht der Vorreiter im Amateurlager. Aber im Format setzt der Mini des VHS-Erfinders echte Maßstäbe. Die Kamera passt locker in eine Hand und bietet ganz nebenbei noch die Funktionen einer ausgewachsenen 5-Megapixel-Fotokamera.

Aufgezeichnet wird digital auf einer mitgelieferten vier Gigabyte großen Mini-Festplatte oder auf SD- oder Compact-Flash-Karte. Ist die Festplatte voll, kann sie in ein Lesegerät ("Compact Flash" oder CF-Card) an PC oder Laptop gesteckt werden, um die Daten zu übertragen. Im Test funktionierte das ebenso reibungslos wie die Übertragung per USB-Kabel.

Was die Bildqualität angeht, hält die JVC, was die Technik verspricht. Bei normalem Tageslicht aufgenommene Videos - sogar im Breitbildformat 16:9 - liegen im Spitzenfeld der heutigen Kompaktkameras. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen waren sie noch überwiegend gut.

Störend waren Laufgeräusche von Festplatte und Motor des Zoom-Objektivs, die bei Aufnahmen in ruhigen Umgebungen deutlich vernehmbar waren. Unverständlicherweise für eine Kamera in dieser Preisklasse gibt es keinen Anschluss für ein externes Mikrofon. Das ist Sparsamkeit am ganz falschen Platz.

Empfehlenswert ist die Anschaffung eines Zweitakkus. Beim Videostreifzug durch die Stadt hält der Strombunker keinen Nachmittag durch, wenn die Kamera längere Zeit schussbereit gehalten wird. Was aber nötig ist, um spontan reagieren zu können. Es dauert über zehn Sekunden, bis das Gerät aus dem Tiefschlaf erwacht. Die maximale ununterbrochene Aufnahmezeit gibt JVC mit gerade mal einer Stunde an.

Der eingebaute Blitz verdient seinen Namen und würde auch so mancher digitalen Fotokamera gut zu Gesicht stehen. Überhaupt hinterließ die Fotofunktion der GZ-MC 500 einen soliden Eindruck. Eine zusätzliche Digitalkamera muss man jedenfalls nicht mehr mitnehmen.

Sowohl für Foto als auch Video sind zahlreiche Einstellmöglichkeiten bis hin zur manuellen Scharfstellung möglich. Sehr lobenswert.

Fazit: ein technisches Sahneschnittchen für den Videoamateur mit dem großen Geldbeutel. Das gilt für Anschaffung und Betrieb. Die mitgelieferte Festplatte speichert gerade mal 60 Minuten in höchster Qualität. Wer nicht immer den Laptop mitschleppen will, um Daten auszulagern und Platz zu schaffen, muss sich Zusatzspeicher teuer erkaufen. DVD- oder DV-Kassetten-Kameras sind da deutlich günstiger. Insgesamt gefällt die JVC aber durch ihre komplette Ausstattung bis hin zur Videoschnitt- und DVD-Brennsoftware.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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