Experten erwarten mit der Lizenzvergabe in China im nächsten Jahr einen weiteren Schub für die Ausrüsterbranche
Ausgaben für neue Mobilfunknetze verdoppeln sich

Mobilfunkgesellschaften werden in diesem Jahr ihre Investitionen in neue Netze, die das mobile Internet beschleunigen, auf weltweit 8,8 Mrd. Dollar verdoppeln. Das sagt die kalifornische Marktforschungsgruppe Isuppli in einem gestern veröffentlichten Bericht voraus.

slo DÜSSELDORF. Die neuen Mobilfunkstandards seien jetzt endlich Realität, schreibt Isuppli-Analyst John Casell. Ursprünglich war dies bereits zwei Jahre eher vorgesehen, hat sich aber wegen technischer Schwierigkeiten verzögert. Für 2009 sagt Casell in dem Marktsegment Investitionen von 38 Mrd. Dollar voraus.

Zu den so genannten Mobilfunkstandards der dritten Generation gehört das hauptsächlich in Europa verbreitete UMTS sowie CDMA 2000 in den USA. Beide Technologien ermöglichen höhere Übertragungsraten in Mobilfunknetzen und damit neue Dienste wie Videotelefonie und Handy-TV. Solche Angebote wollen Mobilfunker künftig forcieren, um ihre Umsätze anzukurbeln und die hohen Ausgaben für die neue Technik wieder hereinzuholen. Allein in Westeuropa zahlten die Unternehmen mehr als 100 Mrd. Euro für UMTS-Lizenzen.

Derzeit sind 42 dieser neuen Mobilfunknetze im Betrieb - unter anderem in Großbritannien, Deutschland, Japan und Südkorea. 17 weitere Netze werden nach Angaben von Marktbeobachtern in diesem Jahr noch eingeschaltet - die meisten davon in Europa. Bis zum Jahresende prognostizieren Analysten der Marktforschungsgesellschaft Analysys etwa 5,3 Millionen UMTS-Nutzer in Westeuropa. Diese Zahl werde bis 2009 auf 240 Millionen steigen. Dann besitzen wohl 70 Prozent der Mobiltelefonierer ein UMTS-Gerät.

Das Gros der neuen Mobilfunknetze hat bislang der schwedische Techniklieferant Ericsson aufgebaut, gefolgt von Nokia und Siemens. Gestern gab Nokia einen neuen UMTS-Auftrag bekannt: Der finnische Konzern erweitert die Infrastruktur des taiwanesischen Netzbetreibers Chunghwa Telecom.

Einen neuen Nachfrageschub erhoffen sich die Netzausrüster, wenn die chinesische Regierung neue Mobilfunklizenzen vergibt und damit in einem der größten Mobilfunkmärkte der Startschuss für den neuen Standard fällt. Branchenbeobachter erwarten dies im nächsten Jahr. Die Entscheidung der chinesischen Regierung ziehe sich hin, weil man einem speziellen in China entwickelten Mobilfunkstandard (TD- SCDMA) offenbar mehr Zeit zum Reifen geben wollen, vermuten Analysten von Morgan Stanley.

Von dem Bau der neuen Mobilfunknetze in China werden daher voraussichtlich auch heimische Techniklieferanten wie Huawei und ZTE am meisten profitieren. "Das wird die Gelegenheit für die lokalen Netzausrüster, ihren Marktanteil auszubauen", heißt es in einer Studie von Morgan Stanley.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%