Experten sehen Branchenwachstum bei acht Prozent
Auf Handyhersteller kommen schwierigere Zeiten zu

Hohe zweistellige Zuwachsraten gehören in der Branche der Mobiltelefonhersteller voraussichtlich der Vergangenheit an: Die Marktforschungsgesellschaft Gartner erwartet, dass die Zahl der weltweit verkauften Geräte dieses Jahr nur noch um etwa acht Prozent zunehmen wird - nach einem Plus von 30 Prozent im vergangenen Jahr.

slo DÜSSELDORF. Demnach gingen 2004 mehr als 674 Millionen Handys über den Ladentisch, wie Gartner gestern mitteilte. "Der Markt hat damit selbst sehr optimistische Prognosen übertroffen", sagte Gartner-Analyst Ben Wood.

Branchenexperten erklären das damit, dass viele Handybesitzer sich neue Geräte mit zahlreichen Zusatzfunktionen wie einer Kamera zulegten. Doch diese Verkaufswelle ebbe jetzt langsam ab. "Im Jahr 2005 kommen auf die Hersteller einige Herausforderungen zu", sagen daher die Analysten von Gartner. Das deckt sich auch mit der Einschätzung der Experten von Strategy Analytics und IDC, die ebenfalls erwarten, dass sich das Wachstum der Handybranche verlangsamen wird - aus Mangel an Kaufargumenten für neue Geräte.

Schwierig wird das laufende Jahr vor allem für den Münchener Konzern Siemens, der im abgelaufenen Weihnachtsquartal im Handygeschäft enorm Marktanteile einbüßte und laut Gartner im vierten Quartal unter den weltgrößten Mobiltelefonprodukten vom vierten auf den fünften Platz abrutschte. Über das gesamte Jahr betrachtet blieb Siemens zwar der viertgrößte Handyhersteller, der Abstand zum Verfolger LG Electronics aus Südkorea verkleinerte sich jedoch deutlich.

Dieser Trend wird sich in diesem Jahr voraussichtlich verstärken: Die asiatischen Hersteller holen auf, während die europäischen eher Marktanteile einbüßen, da sie laut Strategy Analytics bei Mobiltelefonen für die neue Technik UMTS nicht mithalten können. Im vergangenen Jahr setzen die Unternehmen etwa 20 Mill. UMTS-Geräte ab. Das Gros kam von Motorola und LG.

Um sich auf das gebremste Marktwachstum einzustellen und dem höheren Wettbewerbsdrucks standhalten zu können, haben einige Handyhersteller bereits reagiert. Sony Ericsson erhöhte beispielsweise die Ausgaben für Produktentwicklung und Marketing. Rivale Samsung meldete, dass der Konzern die Investitionen in Handyfabriken beschleunigen würde, um effizienter produzieren zu können.

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