Fahrscheinverkauf per Mobiltelefon
Handy wird mobiles Multitalent

Nur telefonieren war gestern, moderne Handys mutieren zu regelrechten Mobilitätscomputern. Ab sofort können in elf deutschen Städten Bus- und Bahnfahrscheine per Mobiltelefon gekauft werden. Und die Bahn geht in einem Modellversuch noch weiter.

HB MÜNCHEN. Wie das Fraunhofer-Institut Ende April mitteilte, können sich Fahrgäste in Hamburg, Lübeck, Düsseldorf, Essen, Wuppertal, Ulm, Nürnberg, im Vogtland, Chemnitz, Dresden und der Oberlausitz Tickets mit einer SMS aufs Handy holen. Die Bahn, deren Tickets bereits per Handy buchbar sind, will im Oktober einen Modellversuch starten, bei dem die ganze Reisekette so abgerechnet wird.

Ohne Kleingeldsorgen, Wartezeiten oder Papierfahrschein könne der Fahrgast sofort Einzel- und Tageskarten für den Nahverkehr per Handy erwerben und in Bus oder Bahn einsteigen. Er muss sich nur einmal im Internet anmelden und kann fortan Fahrten für alle elf beteiligten Verkehrsverbünde kaufen. Bei einer Kontrolle zeigt der Fahrgast einfach das gespeicherte Ticket auf dem Display, wie das Fraunhofer-Institut erklärte. In Hamburg und Nürnberg ließen sich auch Fahrplanauskünfte über das Handy abrufen und das passende Ticket gleich dazu kaufen. „HandyTicket“ (www.dashandyticket.de) ist ein gemeinsames Pilotprojekt des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und soll zunächst zwei Jahre lang laufen.

Im Oktober will die Bahn das Pilotprojekt „Touch and Travel“ starten, bei dem die Fahrgäste eine komplette Reise mit dem Handy abrechnen lassen können. Damit kann die komplette Mobilitätskette von Haus zu Haus an einem Stück sowie draht- und bargeldlos abgerechnet werden, wie der für Personenverkehr zuständige Bahnvorstand Karl-Friedrich Rausch am Donnerstag in Berlin berichtete.

Eine 200-köpfige Testgruppe soll zwischen dem Potsdamer Nahverkehrssystem, Berlin und Hamburg Erfahrungen mit einer neuen Technologie sammeln. Sie besteht aus „Berührungspunkten“ an jeder Haltestelle und jedem Bahnhof der Testgebiete, die der Kunde bei Antritt und Abschluss der Reise mit einem NFC- (Near Field Communication-) Handy für mobile Zahlungsdienste berührt. Dieses reagiert jeweils mit SMS an bestimmte Rechner, die monatlich einmal die jeweils günstigsten Preise für die gefahrenen Strecken abbuchen.

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