Fairphone 2 auf der IFA Innovation im Eigenbau

Es ist eine der ungewöhnlichen Ankündigungen auf der IFA: Die Firma Fairphone wirbt für kein neues Produkt, sondern ein Ersatzteil. Nutzer sollen die neue Kamera selbst in ihr altes Smartphone einbauen können.
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„Wenn man das System von innen verändern will, muss man sich an dessen Regeln halten.“ Quelle: dpa
Fairephone-Chef Bas van Abel

„Wenn man das System von innen verändern will, muss man sich an dessen Regeln halten.“

(Foto: dpa)

BerlinDie IFA in Berlin ist ein Festival der Neuheiten – die Hersteller zeigen Produkte, die bald schon in den Elektronikgeschäften und Online-Shops angeboten werden. Doch bei einer Firma ist die große Ankündigung kein neues Gerät, sondern ein Ersatzteil: Die Firma Fairphone hat neue Kameramodule vorgestellt, die Nutzer selbst in ihre Mobiltelefone einbauen können.

„Wir wollen Produkte herstellen, die länger halten“, sagte Firmengründer und –chef Bas van Abel am Donnerstag. Das sind ungewöhnliche Töne in der Smartphone-Branche, die jedes Jahr neue Trends ausruft. Doch Fairphone ist auch ein ungewöhnliches Unternehmen: Es hat sich zum Ziel gesetzt, seine Produkte möglichst nachhaltig zu gestalten und unter fairen Arbeitsbedingungen herzustellen. Es gehe um „bewussten Konsum“, betonte van Abel. Ähnlich, wie es bei Lebensmitteln und Kleidung bereits üblich sei.

Nicht schön, aber vernünftig
Fair und Smart
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Das ist es, das neueste Modell des niederländischen Smartphone-Herstellers Fairphone, das Fairphone2. Laut Hersteller ist es noch fairer als das Vorgängermodell, weil es weniger Konfliktmineralien beinhaltet.

Austauschbare Teile
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Neben der auf faire Arbeits- und bessere Umweltschutzbedingungen fokussierten Produktion hat das Fairphone noch eine Besonderheit: die modulare Bauweise. So kann etwa der Akku mühelos herausgenommen und bei Bedarf gewechselt werden.

Flexibles Innenleben
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Kamera, Blitz, Display - fast alle Teile des Fairphone2 sind leicht selbst austauschbar.

Tiefe Einblicke
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Nicht jedermanns Sache dürfte das Design der Rückseite sein. Im Vergleich zu anderen Smartphone wie etwa Apple's iPhone verliert das Fairphone2. Der Grund: Die Rückseite dient gleichzeitig dem besseren Schutz des Geräts und besteht daher aus widerstandsfähigem Plastik.

Auswahl
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Wer die transparente Optik nicht mag, hat die Auswahl unter fünf verschiedenen Rückenabdeckungen.

Weniger Müll
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Ein Ärgernis beim Handykauf sind schon lange die unterschiedlichen Anschlüsse der Hersteller für das Ladekabel. Apple hat diesen Kabelsalat auf die Spitze getrieben und sogar für die eigene iPhone-Reihe verschiedene Ladekabel verkauft. Das Fairphone2 kommt konsequenterweise ganz ohne Ladekabel, ist aber dafür mit einem microUSB Type B Standard Stecker ausgestattet. Viele Ladekabel haben diesen Anschluss, etwa das, mit dem man ein Samsung Galaxy auflädt. Das Unternehmen will damit laut eigenen Angaben dazu beitragen, dass weniger Elektroschrott entsteht.

Dickes Ding
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Klein ist das Fairphone2 mit Maßen von 73 mal 143 Millimetern nicht gerade. Mit einer durchschnittlich großen Hand lässt sich das Smartphone nur noch schwer einhändig bedienen - im Gegensatz etwa zum iPhone5. Die Größe ist aber natürlich Geschmackssache. Auch das beliebte Samsung Galaxy S6 misst schließlich 70,5 mal 143,3 Millimeter. Ein Manko: Das Gerät ist mit 168 Gramm (inklusive Rückseiten-Hülle) recht schwer, etwa im Vergleich zum Samsung Galaxy S6, das laut Herstellerangaben nur 138 Gramm wiegt.

Mit den neuen Modulen sollen Nutzer das Modell Fairphone 2 aufrüsten können, das seit 2015 auf dem Markt ist. Die Hauptkamera löst nun mit zwölf Megapixel auf und kann Bilder mit einem Doppelblitz ausleuchten. Das Objektiv an der Vorderseite, das etwa bei Selfies zum Einsatz kommt, hat nun eine Auflösung von fünf Megapixel. Zudem soll ein größerer Bildsensor bessere Aufnahmen bei schlechtem Licht ermöglichen. Für beide Module werden zusammen 75 Euro fällig.

Auf dem Papier bietet das Unternehmen damit eine Kameraausstattung, wie sie viele aktuelle Modelle bieten. „Die Kamera ist eine Funktion, die den Nutzern wirklich wichtig ist“, sagte Technikchef Olivier Hebert. Daher sei es wichtig, die Entwicklung der vergangenen Jahre nachzuvollziehen.

Für den Austausch müssen Nutzer nicht ins Geschäft gehen: Das Gerät lässt sich mit einem Schraubenzieher öffnen und ist modular gestaltet. Auch der Akku, bei vielen Smartphones fest verklebt, lässt sich mit einigen Handgriffen austauschen.

Die Widersprüche sind den Fairphone-Machern bewusst
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