Festnetz und Mobilfunk verschmelzen Konvergenz eröffnet neue Geschäftschancen

Ein Engländer braucht künftig nur noch ein einziges Telefon: Das "Bluephone" wandelt zwischen den Welten - zuhause dient es als Festnetz-Telefon und unterwegs als Handy. Für den Nutzer unbemerkt wechselt es zwischen den Netzen. Der britische Telekomkonzern BT präsentierte Mitte Mai in London das neue Gerät, das mit der Vermarktung seinen Codenamen "Bluephone" gegen die offizielle Bezeichnung "BT Fusion" tauschen wird.
  • Gunnar Sohn

LONDON. Damit die Technik funktioniert, muss in der Wohnung ein so genannter Hub installiert werden, der über die drahtlose Funktechnik Bluetooth die Verbindung zum Endgerät herstellt. Außerhalb der Reichweite dieser Basisstation bucht sich das Telefon als Handy in ein GSM-Netz ein. "Der BT Hub ist gleichzeitig ein Wlan-Router und kann so auch PCs, Laptops, Spiele-Konsolen oder Drucker drahtlos miteinander vernetzen", wirbt die BT.

Der Vorstoß ist Teil der BT-Strategie, voll auf Konvergenz von IT- und Telefonnetzen zu setzen. Mit Investitionen von zehn Mrd. Pfund will der Konzern in den nächsten Jahren das Telefonnetz auf das Internet Protokoll (IP) umstellen. Die Briten wollen die traditionelle Schaltkreistelefonie bis 2010 vollständig abschaffen. "Am Ende des Jahrzehnts werden wir da den Stecker rausziehen und etwas beenden, was über ein Jahrhundert lang unser Geschäft war", sagt BT-Vorstand Paul Reynolds. Die neue IP-Infrastruktur kann Sprache und Daten gleichzeitig übertragen. Sie soll so nicht nur neue Angebote ermöglichen, sondern ab 2008 auch die Kosten jährlich um 1,5 Mrd. Euro senken.

"Die seit langem heraufbeschworene Konvergenz ist in den vergangenen Jahren marktreif geworden", kommentiert Omar Khorshed, Vorstandschef der Düsseldorfer Acoreus AG. Das gelte für Sprache und Daten, für Festnetz und Mobilfunk. Das Modell werde zum Standard, und für den Kunden sei das günstig. Er bekomme "unabhängig vom benutzten Dienst den unter Kosten- und Qualitätsaspekten für ihn optimalen Übertragungsweg", sagt Khorshed.

Auch die Unternehmenskommunikation stehe vor einem Paradigmenwechsel, heißt es in einem Strategiepapier des schwedischen Netzausrüsters Ericsson. "Die ehemals getrennten Internet-, TV- und Telefonwelten wachsen zusammen", sagt Mehdi Schröder, Verkaufschef im Enterprise-Geschäft von Ericsson Deutschland.

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