Friendlee
HP testet Social Handy Network

Hewlett Packard steigt mit Friendlee in den Markt für Social Networking ein. Friendlee analysiert die Kommunikationsaktivitäten eines Handy-Nutzers und trennt so die echten Freunde von den Karteileichen, mit denen man schon seit Jahren nicht mehr spricht oder chattet.

DÜSSELDORF. Friendlee ist eine Entwicklung der Social Computing Labs des IT-Konzerns HP. Das Social Network, das auf Mobiletelefonen installiert wird, analysiert die getätigten und empfangenen Anrufe, um die wirklichen „Top-Kontakte“ und „Freunde“ herauszufinden. Diese werden dann im Adressbuch oder auf der Startseite des Smartphones herausgehoben oder an besonderer Position dargestellt. Mit Friendlee soll das um sich greifende Phänomen der überbordenden „Freundeslisten“ in den Griff bekommen werden.

Das Problem: Bei Netzwerken wie Facebook, Myspace, Twitter oder studiVZ sammeln sich heute schnell hunderte Kontakte an, oft auch mit Telefonnummern. Mittlerweile mischen sich auch noch Firmen, Mediakonzerne, Nachrichtenseiten oder Marken unter die „Freunde“. Friendlee verspricht, die Spreu vom Weizen zu trennen und nur noch aktive Kontakte prominent zu platzieren, statt nur nach Alphabet oder Sachgruppen geordnet. Friendlee soll, geht aus dem Arbeitspapier der Labs hervor, auch die Geschäfte oder Firmen nachhalten, die ein Nutzer kontaktiert, um daraus Präferenzen zu generieren und Empfehlungen zu geben.

Das Netz wird voraussichtlich im September als Beta verfügbar sein, heißt es bei HP, zunächst für Android und Windows Mobile. Das Gesamtsystem besteht aus drei Komponenten, dem Client für das Mobiltelefon, einer Webseite für Konfiguration und weitere Interaktion und einem Hintergrund-Server im Internet. Charlotte Patrick, Analystin bei Gartner in London, steht Diensten wie Friendlee positiv gegenüber, ist sich aber noch nicht sicher, wie das Businessmodell dahinter aussehen könnte.

„Die Mobilfunk-Betreiber werden es nur akzeptieren oder kaufen, wenn es ihnen mehr Umsatz bringt“, so Patrick im Gespräch mit dem Handelsblatt. Eine Möglichkeit könnte es sein, Werbeeinnahmen über die Suche nach Geschäftskontakten und Services zu generieren. Generell, so Patrick, sollten sich Mobilfunkbetreiber auf jeden Fall intensiv mit Social Networks auseinandersetzen. Der Trend gehe zudem klar erkennbar hin zu so genannten „intelligenten Adressbüchern“.

Erste Ansätze dazu zeigt bereits das Apple iPhone. Das bislang ausgefeilteste Modell eines intelligenten Adressbuchs hat jetzt allerdings Palm mit dem Palm Pre eingeführt. Das Smartphone sammelt die Kontaktdaten einer Person online aus allen verfügbaren Diensten wie Facebook, AIM oder Web-Kontakte und verknüpft sie mit dem Adressbuch des Telefons zu einer Gesamtansicht.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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