Fritzbox Fon Wlan 7170
Nichts für Machos

Kennen Sie auch dieses Hochgefühl? Wenn man nach Nächten der Anspannung, unzähligen vergeblichen Installationsversuchen, intensiver Treibersuche im Internet und unter Einsatz diverser Geheimtipps aus skurrilen Online-Chats schließlich als Sieger aus einem erbarmungslosen Kampf hervorgeht? Aus der Installation eines heimischen PC-Netzwerks?

Das ist wahrlich eine der letzten Herausforderung für echte Männer, seit die Autobahnen geschwindigkeitsbeschränkt sind und selbst unerschrockene Grillfleisch-Mit-Der-Hand-Wender nicht mehr die ihnen gebührende Anerkennung in der Öffentlichkeit finden.

Und ausgerechnet die Berliner Firma AVM nimmt uns jetzt auch noch dieses letzte Erfolgserlebnis. Die neue Telefon- und Internetanlage Fritzbox Fon Wlan 7170 zusammen mit dem Fritz!Wlan-USB-Stick ist so erschreckend einfach zu installieren, dass es selbst die Freundin könnte. Ja, was bleibt uns denn überhaupt noch?

Bereits beim Auspacken wird jeder Forscherdrang gebremst. Dreimal weist AVM darauf hin, doch bitte erst die Installations-CD einzulegen und dann weiterzumachen. Wer das befolgt, wird Schritt für Schritt durch die Installation geführt schließt der Reihe nach Internet, das alte Dect- oder ISDN-Telefon und den Anrufbeantworter über einen mitgelieferten Adapter an und bindet seinen Laptop ein.

Besonders gelungen ist dabei der USB-Stick. Er wird einfach an den Anschluss der Fritzbox gesteckt und lädt sich in knapp zehn Sekunden selbsttätig alle Einstellungen und die Sicherheitskonfiguration für einen verschlüsselten Drahtlos-Zugang herunter. Dann wird der Stick abgezogen und an den freien USB-Anschluss eines PC oder Laptops gesteckt: Fertig ist das verschlüsselte Funknetz.

Gegner von Elektrosmog werden die Nacht-Abschaltung des Wlan-Teils lieben, die sogar Timer-gesteuert funktioniert. Pfiffig: Das Wlan lässt sich per Tastenbefehl über ein angeschlossenes Mobilteil eines Dect-Telefons beliebig an- und ausschalten - zum Beispiel wenn man nachts im Wohnzimmer sitzt und doch noch spontan mal eben Internet-Radio hören will.

Etwas schade: Der USB-Steckplatz akzeptiert nur Datenspeicher (Festplatten) oder Drucker und bindet sie in das Netzwerk ein. Andere Geräte, etwa eine Logitech-USB-Webcam, konnten nicht ans Laufen gebracht werden.

Besser als beim Vorgänger: Jetzt können per Ethernet-Kabel vier Rechner angeschlossen werden statt nur zwei. Die Fritzbox 7170 empfiehlt sich damit als Netzwerkrouter für das Mini-Büro. Das unterstreicht auch die umfangreiche Software zur Verwaltung der Kommunikationseinrichtungen. Eingegangene Anrufe, abgehende Anrufe, alles wird erfasst, für einzelne Rufnummern kann festgelegt werden, ob sie prinzipiell über Internet oder Festnetz angerufen werden sollen. Das ermöglicht volle Kostenkontrolle.

Selbst was den Preis angeht, ist die 7170 mittlerweile zum Schnäppchen geworden. Tiefstpreise von knapp 150 Euro (ohne Wlan-Stick) sind heute zu finden. Da fällt es erst recht schwer, echte Kritikpunkte zu finden.

Fazit: Es ist erstaunlich, wie es AVM geschafft hat, sein Know-how aus dem ISDN-Geschäft nahtlos in die neue DSL-Welt zu retten und sogar noch auszubauen. So muss einfache Technologie aussehen.

Na ja, und mit ein wenig Hokus-Pokus kann man gegenüber der Göttergattin immer noch so tun, als habe man nächtelang mit der Technik gekämpft und schließlich gesiegt.

Web-Seite: www.avm.de

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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