Galaxy Gear
Samsung ärgert mit neuer Smartwatch Google

Neue Generation, neues Glück: Samsung hat zwei Nachfolger für seine Smartwatch Galaxy Gear angekündigt. Sie sollen sich auch als Fitness-Coach eignen – und dürften bei Google für Stirnrunzeln sorgen.
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BarcelonaSamsung sagt von sich von Google los – zumindest ein kleines bisschen: Der Elektronikriese rüstet die neue Generation seiner Computeruhr Galaxy Gear mit dem hauseigenen Betriebssystem Tizen aus. Die Modelle Gear 2 und Gear 2 Neo kommen im April zu noch ungenannten Preisen auf den Markt, wie das Unternehmen am Sonntag im Vorfeld der Mobilfunkmesse Mobile World Congress ankündigte. Die erste Generation der Smartwatch lief noch auf Android, auch auf den meisten Smartphones des Konzerns ist das unter der Führung von Google entwickelte System installiert.

Wie der im Herbst eingeführte erste Generation informieren die Modelle Gear 2 und Gear 2 Neo, wenn Nachrichten oder Anrufe auf dem Smartphone eingehen – sie sollen mit mehreren dutzende Samsung-Geräten kompatibel sein. Die Computeruhren sind außerdem mit einem Pulsmesser und GPS ausgerüstet, so dass sie sich für Fitness-Anwendungen eignen.

Der Hersteller hat die Hardware aufgerüstet und verbaut einen Chip mit zwei Rechenkernen und einem Gigahertz Taktfrequenz. Der Akku soll bei typischer Nutzung drei Tage halten. Im Vergleich zum ersten Modell, das schlechte Kritiken bekommen hatte, gebe es „signifikante Verbesserungen“, betonte der Konzern.

Ein Nachteil von Tizen besteht im geringen Angebot an Zusatzprogrammen. In dem noch kleinen Segment der Smartwatches hat Samsung am ehesten eine Chance, auf die Entwicklung attraktiver Apps hinzuwirken. Für die neuen Uhren haben zum Start unter anderem der Autohersteller BMW, der Nachrichtensender CNN, der Navi-Spezialist Garmin und der Kurzmitteilungs-Dienst Line Anwendungen geschrieben.

Mit den neuen Smartwatch-Modellen verschafft der Hersteller Tizen einen ersten prominenten Auftritt. Es ist ebenso wie Android ein offenes Betriebssystem, das Samsung und der Chiphersteller Intel federführend entwickeln. Die Einführung erster Geräte hat sich immer wieder verzögert, bislang gibt es nur einige Kameras mit dem Betriebssystem.

Eine grundsätzliche Abkehr von Android ist derzeit indes unwahrscheinlich – Samsung als größter Hersteller und Google als Entwickler des beliebtesten Betriebssystems sind im Smartphone-Markt voneinander abhängig. Die beiden Unternehmen hatten kürzlich ein umfassendes Patentabkommen geschlossen und damit ihre Partnerschaft bekräftigt. Mit der Installation von Tizen auf den neuen Smartphone-Modellen entwickle Samsung einen „Plan B“, der aber für Google nicht so bedrohlich sei, sagte die Analystin Carolina Milanesi von Kantar Worldpanel dem Handelsblatt.

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