Gesichtserkennung Face ID
Wie Apple die Trickser aussperren will

Apple nutzt im iPhone X eine Technologie namens Face ID für die Entsperrung des Gerätes. Doch wie sicher sind die Daten? Nun verrät der Konzern Details, wie er die sensiblen Informationen schützen will.
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DüsseldorfEin kurzer Blick, und es kann losgehen. Mit dem iPhone X führt Apple eine Entsperrung per Gesichtserkennung ein. Wenn das neue Premiumgerät im November in den Handel kommt, so verspricht der Konzern, soll Schutz vor fremden Zugriffen auf das Gerät samt aller Fotos, E-Mails und Gesundheitsdaten so einfach wie nie werden.

Die Funktion wirft aber Fragen zu IT-Sicherheit und Datenschutz auf: Wie will der Hersteller verhindern, dass Kriminelle die Sperre überwinden, beispielsweise mit Fotos? Bei Konkurrenzgeräten von Samsung reicht das aus, um die Gesichtserkennung auszutricksen. Und wie gewährleistet er, dass sich niemand Zugriff auf die Daten verschafft? Ein Passwort lässt sich ersetzen, ein Gesicht nicht. Der US-Senator Al Franken hat einen Katalog mit solchen Fragen an den Konzern geschickt.

Der iPhone-Hersteller hat bereits bei der Präsentation neben dem Komfort die Sicherheit in den Mittelpunkt gestellt. Nun hat er mehrere Dokumente veröffentlicht, um die Arbeitsweise und den Umgang mit personenbezogenen Daten zu erklären. Der Datenschutz sei „unglaublich wichtig“, heißt es in der Dokumentation. Einige Aspekte können aber vielleicht trotzdem Unbehagen auslösen.

Die Einführung der Gesichtserkennung hat mit einer großen Neugestaltung des iPhone X zu tun: Um mehr Fläche für den Bildschirm freizuräumen, hat Apple den Home Button und somit auch den Fingerabdrucksensor abgeschafft. Stattdessen soll nun die Gesichtserkennung eine schnelle Entsperrung des Gerätes ermöglichen und Bezahlungen im App Store erleichtern. Auch die Apps anderer Unternehmen sollen die Technologie nutzen können.

Apple nutzt für die Entsperrungstechnologie mehrere Komponenten, die mithilfe einer Infrarotkamera ein dreidimensionales Bild erstellen, darunter ein Projektor, der 30.000 Bildpunkte aufs Gesicht wirft. Der Vorteil gegenüber der Iriserkennung: Das Verfahren soll bei Dunkelheit wie auch bei hellem Sonnenschein funktionieren. Technisch ist das nicht trivial: Medienberichten zufolge sorgt das aufwendige System für Produktionsprobleme.

Bei der Einrichtung speichert das iPhone X eine „mathematische Darstellung“ des Gesichts ab, wie Apple es ausdrückt – also ein dreidimensionales Modell. Dieses dient als Vorlage: Wenn Nutzer das Gerät zur Hand nehmen, gleicht das System die Person vor der Kamera automatisch damit ab – und entsperrt den Bildschirm bei Übereinstimmung.

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Es reicht nicht, das Smartphone vor das Gesicht zu halten

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