Gespräche werden so billig wie im Festnetz
Mobilfunk-Preise im Sturzflug

Mobilfunk-Fans in Deutschland können sich freuen: Die Mobilfunkpreise befinden sich im freien Fall und die Netzbetreiber basteln an immer neuen Diensten, um im Kampf um Kunden die Nase vorne zu haben.

HB DÜSSELDORF. Das Problem der Anbieter besteht paradoxerweise darin, dass schon so viele Deutsche ein Handy besitzen. Daher sind neue Kunden nur noch schwer zu finden. Die Lösung, die sich die Branche hat einfallen lassen, lautet: Kampf dem Festnetz! Handy-Gespräche sollen so billig werden, dass es sich nicht mehr lohnt, zu Hause einen Festnetzanschluss zu halten, für den monatliche Grundgebühren in Höhe von etwa 20 Euro anfallen.

Der letzte Schrei sind daher Geräte, die daheim als Festnetztelefon funktionieren, aber zum Handy mutieren, sobald der Nutzer die eigenen vier Wände verlässt. Anfang 2006 bringt die Telekom ein solches Festnetz-Handy auf dem Markt - das Dual Phone. Zu Hause nutzt es die drahtlose Funktechnik WLan und ermöglicht damit sogar das Telefonieren über das Internet. Der Charme dieser technischen Feinheit liegt darin, dass Telefonate über das World Wide Web oft kostenlos - in jedem Fall aber wesentlich günstiger sind als über die Telefonleitung.

Die Festnetzattacken der Mobilfunker kommen aber auch ohne technische Aufrüstung aus: Bereits seit 1999 bietet der kleinste deutsche Mobilfunknetzbetreiber O2 seinen Genion-Tarif an. Damit können Kunden in einem Radius von zwölf Kilometern um die eigene Wohnung mit ihrem Handy zu Festnetzpreisen telefonieren. Mittlerweile haben Wettbewerber mit ähnlichen Angeboten nachgezogen.

Spielraum für Preissenkungen haben die Mobilfunkunternehmen nach Ansicht von Beratern genügend. Die Gewinnmargen der beiden Branchengrößen T-Mobile und Vodafone liegen bei über 40 Prozent - eine Rate, von der andere Branchen träumen. "Von diesen üppigen Margen müssen sich die Firmen künftig verabschieden", ist Dan Bieler vom Marktforscher Ovum überzeugt. Und auch Matthias Kurth, Chef der Bundesnetzagentur, die für die Regulierung der Telekommunikationsbranche zuständig ist, fordert: "Der Preisunterschied zwischen Festnetz und Mobilfunk muss sich angleichen."

Während die Kunden über solche Aussichten jubilieren, kommt bei den Unternehmen keine wahre Freude auf. Neben dem vereinten Angriff auf das Festnetz, versuchen sie, sich gegenseitig Kunden wegzuschnappen - mit billigen Preismodellen und neuen mobilen Anwendungen.

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