Gigaset ME im Test
Mit dem Bayern-Smartphone in die Champions League

Bei Premium-Smartphones kommt erst Apple, dann Samsung und dann lange nichts. Nun versucht Gigaset, die Platzhirsche anzugreifen. Kann der Marketing-Partner des FC Bayern in der Smartphone-Champions-League mitspielen?

Wer ein Spitzen-Smartphone haben will, muss für die Modelle von Apple und Samsung ordentlich in die Tasche greifen: Zwischen 630 und 800 Euro werden je nach Ausstattung fällig. Dafür würde man auch ein vernünftiges Laptop bekommen oder könnte einen Monat zur Miete wohnen. Trotz dieser Preise haben die beiden wenig Konkurrenz, auch wenn HTC, Sony & Co es regelmäßig versuchen.

Doch nun drängt ein Neuling auf den Markt, der zumindest in Deutschland ein alter Bekannter ist: Er heißt Gigaset, gehörte früher zu Industriekosmos des Siemens-Konzerns und baute relativ schlichte Festnetztelefone ohne Schnur. Irgendwann verlor Siemens die Lust daran und verkaufte die Sparte.

Allerdings laufen auch in der Eigenständigkeit die Geschäfte immer schlechter. Um nicht mit dem Festnetztelefon auszusterben, baut das Unternehmen nun auch Smartphones. Es hat in dem chinesischen Multimillionär Pan Sutong einen solventen Investor gefunden.

Auf der IFA in Berlin präsentierte Gigaset im September gleich drei Smartphones: Das Einsteigermodell ME Pure, das größere ME Pro sowie das Spitzengerät ME. Das Versprechen: hochwertige Technik in edlem Design zu bezahlbaren Preisen. Wir haben das Topmodell getestet.

Dem iPhone wie aus dem Gesicht geschnitten

Das Spitzenmodelle Gigaset ME ist Apples iPhone schon sehr ähnlich, ein klein wenig größer und dafür deutlich schwerer ist es aber. Vorder- und Rückseite sind mit sogenanntem Gorillaglas abgedeckt, seitlich schützt das Gerät ein blitzendes Band aus Edelstahl. Kurz: Das Gerät kommt wertig daher und hat mit den schlichten Schnurlostelefonen so gar nichts mehr gemein.

Das will der Hersteller schon mit der Verpackung klarmachen: Sie ist großzügig und edel aufgemacht in rot und schwarz. Verschlossen durch einen Magneten und nicht durch proletarische Klebestreifen. Im Karton ist alles ordentlich an seinem Platz, der ebenfalls wertige Kopfhörer mit Metallköpfen hat eine eigene Schachtel, in der man ihn immer wieder ordentlich und ohne Kabelsalat verstauen kann.

Selbst die Nadel, mit der man den Schlitten für die Sim-Karte öffnen kann, hat eine praktische Halterung. Beim Einsetzen der Sim-Karte fällt auch gleich auf, dass da noch mehr Platz ist – für eine ordentliche Speichererweiterung per SD-Karte nämlich. Das haben viele vergleichbare Geräte nicht.

Das Gerät ist dank des Schnellladekabels rasch aufgeladen und in Betrieb genommen. Es besticht sofort mit seinem brillanten Farbdisplay mit Full-HD-Auflösung. Die Auflösung ist knackig scharf, was sich sowohl bei Fotos als auch bei den Schriften zeigt, die sich hervorragend lesen lassen.

Ob Handelsblatt Online, Facebook, Twitter oder Outlook: Alle Programme starten und laufen sehr hurtig, der zeitgemäße Snapdragon-810-Prozessor von Qualcomm macht offensichtlich einen guten Job. Auch sonst ist die Technik auf dem neuesten Stand.

Als Betriebssystem ist Android 5.1 installiert, die jüngste Version 6.0 sollen Nutzer bald erhalten. Die Oberfläche modifiziert Gigaset nur leicht. Was allerdings ein klein wenig irritiert: Es gibt Hardware-mäßig keinen Home-Button mehr, den muss jetzt die Software auf den Bildschirm zaubern.

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Mit dem Bayern-Smartphone in die Champions League

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Ein Smartphone fürs Smart Home

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