Guthaben auf Handykarten
O2 akzeptiert Urteil

Im Streit um die Gültigkeit des Guthabens auf Handykarten will das Mobilfunkunternehmen O2 einem Medienbericht zufolge einlenken.

dpa MüNCHEN. Das Unternehmen werde das Urteil des Oberlandesgerichts München akzeptieren, zitiert das Magazin "Focus" am Freitag in seiner Online-Ausgabe eine Sprecherin des Unternehmens.

Die Richter hatten vor einem Monat in einem Musterurteil entschieden, das so genannte Prepaid-Guthaben für Handys nicht mehr verfallen dürfen. Wenn O2 auf die Revision verzichtet, können die rund 4,8 Mill. O2-Kunden mit einem Prepaid-Vertrag künftig auf Erstattung ihres Guthabens bestehen. Bisher war es nach zwölf Monaten verfallen. Bei O2 war am Freitag zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

O2 hatte in dem Gerichtsverfahren betont, dass ohne die zeitliche Begrenzung erhebliche Verwaltungskosten entstünden. Die Guthaben müssten registriert und dann auf Verlangen bis zum Ablauf der Verjährung ausbezahlt werden. Dieser Aufwand sei unzumutbar. Schon das Landgericht München I hatte diese Argumente aber nicht gelten lassen. Der Kunde habe mit der Einzahlung des Guthabens eine Vorleistung erbracht. Die Verwaltung der Guthaben sei ein rein buchhalterischer Vorgang, der Verwaltungsaufwand sei dafür nicht unzumutbar hoch.

Zwar gilt die Entscheidung vorerst nur für die Kunden von O2, allerdings müssen nach dem Münchner Urteil auch die anderen Mobilfunkunternehmen ihre Praxis bei Prepaid-Handykarten überdenken.

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