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Händler manipulierte tausende Handys

Wegen der Manipulation tausender Prepaid-Handys ist der Geschäftsführer eines Mobilfunkladens in Nürnberg am Dienstag zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden.

dpa NüRNBERG. Wegen der Manipulation mehrerer tausend Handys ist der Geschäftsführer eines Mobilfunkladens in Nürnberg am Dienstag zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den 40-Jährigen des Betrugs in mehr als 2 900 Fällen sowie der Hehlerei in 348 Fällen schuldig.

Ein leitender Angestellter der Händlers wurde wegen Beihilfe zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren sowie einer Geldstrafe von 10 800 Euro verurteilt.

Nach Darstellung des Gerichts ist verschiedenen Netzbetreibern durch die Aufhebung der Softwaresperre, der die Besitzer von Handys mit Guthabenkarte (Prepaid) für zwei Jahre an den Hersteller binden soll, ein Schaden von mehr als 600 000 Euro entstanden. Außerdem haben die beiden Angeklagten dem Urteil zu Folge mehrere zehntausend gestohlene Handys aufgekauft und durch den Wiederverkauf rund zwei Mill. Euro erlöst.

Zum Auftakt des ursprünglich auf 18 Verhandlungstage angesetzten Prozesses hatten beide ein umfassendes Geständnis abgeklagt. Nach Angaben des Inhabers des mittlerweile insolventen Ladens waren die Auflösung der Softwaresperren, der so genannten „Bundles“, und der dadurch mögliche getrennte Verkauf von Handys und Telefonkarten in der Branche üblich. Die Netzbetreiber hätten dieses Vorgehen mehr oder minder geduldet. Ihnen sei es in erster Linie auf hohe Umsatzzahlen angekommen.

Laut Staatsanwaltschaft sind die so genannten Prepaid-Handys mit einer Softwaresperre versehen. Diese soll gewährleisten, dass ein Handy für den Zeitraum von zwei Jahren nur in Verbindung mit der mitgelieferten Telefonkarte funktioniert. Neben der bereits beim Einkauf berücksichtigten Subvention der Mobiltelefone erhalten die Vertragshändler für den Verkauf eines Prepaid-Paketes aus Handy und SIM-Karte Provisionen.

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