Halbe Millionen iPhones verkauft
Apple straft alle Kritiker Lügen

Der Computerbauer Apple hat mit seinem iPhone offenbar selbst die kühnsten Erwartungen übertroffen. Im Vorfeld hatten Analysten einen Absatz von 50 000 bis 200 000 Stück erwartet. Nun müssen sie in anderen Größenordnungen rechnen.

HB NEW YORK. Apple hat jüngsten Expertenschätzungen zufolge am ersten Wochenende mehr als eine halbe Million iPhones verkauft. Seit der US-Markteinführung am Freitagabend seien 525 000 der Handys abgesetzt worden, zitierte die „Los Angeles Times“ am Montag den Analysten Trip Chowdhry von Global Equities Research. Laut dem Branchenmagazin „c'net“ geht die Bank Piper Jaffray auch von etwa einer halben Million verkaufter Geräte aus, die in den Geschäften des US-Computerherstellers und des exklusiven Mobilfunk-Partners AT&T angeboten wurden. Weder Vertreter von Apple noch AT&T waren zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen.

Vorbörslich legten Apple-Aktien am Montag um mehr als ein Prozent zu. Und auch der Zulieferer Balda profitiert von dem Boom. Der Aktienkurs des Display-Lieferanten stieg um über zwei Prozent.

Apple will bis 2008 zehn Millionen iPhones verkaufen, was einem Prozent des weltweiten Mobilfunkmarktes entsprechen würde. Experten hatten zwar starke Verkäufe am ersten Wochenende erwartet. Sie sind sich jedoch uneins, ob die Kombination aus iPod und Handy sich langfristig an dem hart umkämpften Mobilfunk-Markt durchsetzen kann. In Deutschland soll das Gerät Ende des Jahres auf den Markt kommen, in Asien 2008.

Apple erwartet, dass sich das iPhone neben den Macintosh-Computern und dem erfolgreichen Musik-Player iPod für das Unternehmen zum dritten Hauptgeschäftsbereich entwickelt. Apple-Chef Steve Jobs hatte das Handy im Januar erstmals angekündigt und versprach vollmundig, mit dem Gerät das Telefon neu zu erfinden. Das Interesse der Kunden habe Apple aber möglicherweise unterschätzt, sagte Jobs.

Unter den ersten iPhone-Käufern, die zum Teil über Tage vor den Shops von Apple und dem Exklusivpartner AT&T campiert hatten, gab es allerdings nicht nur Begeisterung. Einige Käufer mussten zum Teil mehr als 30 Stunden auf ihre Freischaltung warten.

Der Verkauf des iPhone war am Freitag punkt 18 Uhr in allen Apple Stores sowie den Filialen des Exklusivpartners AT&T in den USA gestartet. Anders als in den USA sonst üblich, konnten die ersten Kunden ihr gerade erworbenes Gerät zu Hause über Apples Online-Plattform iTunes freischalten. Doch die Wartezeit wurde damit für viele Nutzer keineswegs wie erhofft verkürzt. Vermutlich wegen des großen Ansturms kam es bei der Freischaltung durch AT&T zum Teil zu erheblichen Verzögerungen, wie iPhone-Eigentümer berichteten.

Das Gerät geht bei der Benutzerführung neue Wege. Es besitzt nur eine Taste und wird über ein berührungsempfindliches Display bedient. Neben der Telefonfunktion ist auch ein iPod zum Abspielen von Musik und Videos integriert. Für den Zugang ins Internet nutzt das iPhone, das vorerst nur in den USA zu haben ist, den recht langsamen Standard Edge. Ob das Gerät zum Europa-Start Ende des Jahres einen leistungsfähigeren 3G-Standard unterstützt, ist bislang nicht bekannt.

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