Handy-Besitzer nutzen nur wenige neue Funktionen
Mobilfunker planen an Kunden vorbei

Handy-Besitzer haben die Qual der Wahl: Stand früher das Telefonieren im Mittelpunkt, so sind moderne Mobiltelefone Alleskönner. Wer will, kann mit Handys E-Mails verschicken, im Internet surfen oder kleine Filme drehen. Trotz der Flut an Angeboten sind die Kunden aber zurückhaltend. Weltweit nutzen die Handybesitzer jeweils nur ganz wenige der neuen Dienstleistungen.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Eine groß angelegte Umfrage von TNS Infratest unter Handybesitzern in Industriestaaten sowie den aufstrebenden Zentren von Schwellenländern zeigt, dass die Menschen an lieb gewonnenen Gewohnheiten trotz des rasanten technischen Fortschritts festhalten: Nach wie vor ist die SMS, also die Kurzmitteilung in Textform, die mit Abstand am meisten genutzte Dienstleistung. Erst mit weitem Abstand folgen Handy-Spiele und die Fotofunktion. MMS, das heißt der Versand von Bildern und Filmschnipseln, ist weit abgeschlagen.

„Die neuen Dienste sind ebenso wie die Sprachminuten noch viel zu teuer“, sagt Bernd Jäger von der Unternehmensberatung Jäger Consult. Er erwartet zwar, dass Anwendungen wie Handy-TV eine große Zukunft haben. Für ihren Erfolg sei der Preis aber von entscheidender Bedeutung. „Wenn man in den Massenmarkt rein will, darf man nicht versuchen, die Investitionen mit den ersten Nutzern zu refinanzieren“, sagt Jäger.

Beispiel MMS: Mehr als die Hälfte aller von TNS-Befragten nutzen ihre Handys, um Fotos zu machen. Nur ein Drittel verschickt diese Bilder aber auch. „Viele Menschen wissen nicht, was MMS kostet. Die Leute vermuten aber, dass es teuer ist, und nutzen es deshalb nicht“, meint Robert Wieland, Geschäftsführer von TNS Infratest in München. Nach Ansicht von Wieland können die neuen Dienstleistungen nur dann erfolgreich sein, wenn die Kunden die Preismodelle verstehen und als attraktiv erachten. Wieland: „Jetzt ist das Marketing gefragt.“

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